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Haschisch Pflanzenteile Thai wildes Gras und Hybriden Cannabinoiden – THC- und CBD-Gehalt

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Eheringe und Verlobungsringe aus Platin und Gold!

Cannabinoid-Gehalt von Haschisch
Wenn wir die Cannabinoid-Gehalte von Haschisch betrachten, drängen sich uns einige interessante Schlussfolgerungen auf. Erstens ist der aktuelle Gehalt an THC extrem niedrig, wenn man den Preis mitberücksichtigt. Die höchste in Tabelle 6 angegebene Menge (11,5%) ist nicht einmal doppelt so hoch wie bei Marihuana guter Qualität aus Afrika, Indien, Mexiko oder Kolumbien und wird von so viel CBD begleitet, dass ein erheblich beeinträchtigtes Rauscherlebnis erwartet werden kann. Tatsächlich ist in Haschisch meist mehr CBD als THC enthalten, manchmal sogar zehnmal so viel. Dies bestätigt die häufig gemachte Beobachtung, dass Haschisch mehr verspricht als es hält. Eine Unze Haschisch von durchschnittlicher Qualität aus dem Nahen Osten, die etwa 100 Dollar kostet, würde ungefähr 1,4 gTHC und eine ziemliche Menge störenden CBDs enthalten. Für die gleichen 100 Dollar könnte man ebenso zwei Unzen Marihuana erwerben, die zwar ungefähr genauso viel THC, aber viel weniger CBD enthalten werden. Bedenke, dass aber vielleicht gerade das CBD zu den Annehmlichkeiten des Hasch-Rauchens beisteuert.

Der extrem hohe CBD-Anteil in Haschisch ist rätselhaft. In Haschisch aus Gegenden, wo schon das Marihuana einen hohen CBD-Gehalt aufweist, könnte man dies erwarten, aber man ist doch anfangs überrascht, wenn auch Proben aus Afghanistan, Nepal und Marokko, Ländern, in denen typische Pflanzen des THC-reichen, CBD-armen Typs wachsen, diesen hohen CBD-Anteil aufweisen. Die Antwort kann teilweise in einer Verfälschung oder Streckung des Materials durch junge oder qualitativ schlechte Pflanzen gesehen werden. Es ist auch wahrscheinlich, dass die Herkunft einiger Proben unkorrekt bestimmt wurde. Außerdem sind die veröffentlichten Daten wohl in Bezug auf ihren THC-Gehalt verfälscht, da die verwendeten Samen über den Schwarzhandel bezogen wurden.

Tabelle 4
Cannabinoid-Gehalt monözischer Linien

Herkunft der Samen Wuchsort Reifezustand THC CBD
Bulgarien Kanada blühend

blühend

blühend

SP

0,2

SP

0,2

0,3

0,3

Frankreich Kanada blühend

blühend

blühend

SP

SP

SP

1,0

0,5

0,2

Deutschland Kanada blühend

blühend

blühend

0,1

0,1

SP

0,7

0,1

0,5

Polen Kanada blühend

blühend

blühend

SP

SP

SP

0,1

0,3

0,6

UdSSR Kanada blühend

blühend

SP

0,1

0,5

0,4

USA* Kanada •blühend

blühend

blühend

blühend

0,1

SP

0,3

0,2

0,7

1,3

0,4

0.5

* Doppelte Rückkreuzung von türkischen Pflanzen in deutsche einhäusige Linien
Quelle: E. Small und H. Beckstead, „Common Cannabinoid Phenotypes in 350 Stocks of Cannabis”, Lloydia 36 (1973): 144

Tabelle 5
Vergleich einhäusiger Pflanzen mit weiblichen Pflanzen derselben Linie
Einzelheiten s. Tab. 2 W = Weibliche B = Monözische Pflanzen

Herkunft der Samen Wuchsort Reife­

zustand

Geschlecht THC CBD
Frankreich Kanada blühend W 0,2 0,9
B 0,1 0,3
blühend W SP 0,9
B SP 1,0
blühend W 0,1 1,2
B 0,1 0,2
blühend W 0,1 0,3
B SP 0,8
Deutschland Kanada blühend W 0,1 1,2
B SP 0,3
blühend W SP 0,5
B 0,1 0,1
Polen Kanada blühend W 0,2 0,4
B SP 0,1
blühend W SP 0,9
B SP 0,3

Quelle: E. Small und H. Beckstead, „Common Cannabinoid Phenotypes in 350 Stocks of Cannabis“, Lloydia 36 (1973): 144

Wie dem auch sei, wenn man alle verfügbaren Daten studiert (vgl. Tabelle), wird klar, dass Pflanzen mit hohen CBD- und niedrigen bis mäßigen THC-Gehalten gewöhnlich in den Ländern verbreitet sind, wo die Haschisch- Herstellung üblich ist und überwiegt. Möglicherweise wird gerade Marihuana schlechterer Qualität für die Haschisch-Bereitung ausgewählt. Die kenntnisreicheren Farmer in Mexiko, Kolumbien und Südost-Asien haben mit der Haschisch-Herstellung schon begonnen, und ihre Produkte versprechen eine gute Qualität, weil sie aus THC-reichen, CBD-armen Pflanzen zubereitet werden. Der maximale Gehalt wird den der blühenden Spitzen gewöhnlich nicht übertreffen, wenn das Harz nicht von Hand abgerieben wurde oder es sich um eine Spitzenqualität handelt, die nach der Sieb- Methode hergestellt wurde.

Einige der älteren Angaben zur Haschisch-Bereitung beziehen sich auf den Einschuß von Pollen. Dies ist wahrscheinlich ein Fehler; sie beziehen sich zweifellos auf die puderartigen Fragmente der weiblichen Spitzen. Eine ausgereifte Ernte weiblicher Pflanzen enthält immer auch einige männliche Pflanzen, und in den mikroskopischen Analysen von Haschisch konnten selten mehr als Spuren-Anteile von Pollen nachgewiesen werden. Pollen wurden immer für ziemlich potent gehalten, bis neuere Daten das Gegenteil bewiesen (s. Tab. 7).

Tabelle 6
Cannabinoid-Gehalt von Haschisch

Herkunft Farbe % des Gesamtgewichts THC CBD
Afghanistan dunkelbraun 1,7
dunkelbraun 6,5
Libanon dunkelbraun 1,4 1,4
Griechenland dunkelbraun 2,1 9,8
dunkelbraun 0,7 0,3
dunkelbraun 0,6 2,3
dunkelbraun 11,5 15,8
dunkelbraun 4,5 4,7
dunkelbraun 1,7 1,0
Pakistan dunkelbraun 2,3
dunkelbraun 8,7 6,3
dunkelbraun 6,6
Libanon hellbraun 1,9
Marokko hellbraun 2,0
Nepal dunkelbraun 1,5 15,1
dunkelbraun 1,4
dunkelbraun 7,1
dunkelbraun 2,4
dunkelbraun 3,7 10,6
dunkelbraun 10,9
dunkelbraun 3,9
hellbraun 4,6 8,8
hellbraun 10,5
hellbraun 0,1

Tabelle 6A
Cannabinoid-Gehalt von Haschisch
Angabe der verschiedenen Cannabinoide als Prozent des gesamt-Cannabinoid-Gehalts der jeweiligen Probe. CBDV = Cannabidivarin THCV = Tetrahydrocanmbivarin

Herkunft Anzahl der Proben THC CBD THCV CBDV
Libanon 7 25-36 59-66
Pakistan 19 15-53 39-57
Afghanistan 5 42-61 35-45
Nepal 3 3-12 36-41 2-6 9-12
Marokko 5 49-60 31-40

Quelle: K.H. Davis et al., „The Preparation and Analysis of Enriched and Pure Cannabinoids from Marihuana and Hashish”, Lloydia 33 (1970): 453; F. Merkus, „Cannabivarin and Tetrahydrocannabivarin, Two Constituents of Hashish”, Nature 232 (1971): 579; P.S. Fettermann et al., „Mississippi Grown Cannabis sativa L.”, Journal of Pharmaceutical Science 60 (1971): 1246; P. Chambon et al., „Problemes poses par la Culture Locale du Chanvre et Dosage des Chanvres”, Bulletin des Travaux de la Societe de Pharmacie de Lyon 16 (1972): 46

Cannabinoid-Gehalte verschiedener Pflanzenteile beim Cannabis
Jedermann, der einmal die unteren Blätter einer wenn auch reifen Pflanze geraucht hat, weiß, dass dies ein nicht gerade lohnendes Experiment war. Wenn natürlich nur die äußersten Spitzen der blühenden Teile geerntet werden, kann auch mittelmäßiges „Homegrown” potentes Marihuana ergeben. Die Perianthen (Blütenhüllen; kleine modifizierte Blätter, die die Samen umhüllen) weisen den höchsten Cannabinoid-Gehalt auf, durchschnittlich ist er doppelt so hoch wie der der Brakteen (Deck- oder Tragblätter der Blüten; in ihren Achseln stehen die Blüten; verleihen den blühenden Spitzen das „klumpige” Aussehen) (s. Tab. 7). Blüten neigen dazu, den Faktor drei variieren zu können. Der Cannabinoid-Gehalt der Blätter fällt allmählich von der Spitze zur Basis der Pflanze. Kleinere Stengel besitzen noch weniger (selten mehr als 0,1%) THC oder CBD. Dickere Stengel enthalten fast keine, und Samen wie Wurzeln wenn überhaupt, sehr wenig Cannabinoide.

Die Daten über südafrikanisches Marihuana, das in England angebaut wurde, zeigen, dass die Blätter der Spitzen immer einen höheren Gehalt als die unteren oder mittleren Blätter aufweisen. Die Verhältnisse schwanken beträchtlich. Die Spitzen-Blätter können zwei- bis zehnmal mehr THC als die untersten Blätter der Pflanze enthalten. Die Gehalte in oberen, mittleren und unteren Blättern verhielten sich in drei Pflanzen wie 8:4:1; 1,7 : 1,4 : 1 und 3:2:1. Ein generelles Prinzip, das uns beim Interpretieren all der Daten helfen kann, ist, dass je höher die Cannabinoid-Konzentration ansteigt, desto größer die Unterschiede sind. Zum Beispiel können die Unterschiede zwischen zwei Pflanzen, von denen eine viel THC enthält, in den blühenden Spitzen ganz offensichtlich sein, im unteren Stengelabschnitt jedoch unauffindbar. Ebenso kann man bei THC-armen Pflanzen eine Umkerhung der normalen Regel feststellen und bei mittleren Blättern höhere Gehalte als bei Spitzenblättern beobachten (wie bei den weiblichen, türkischen Pflanzen, die in Schweden gewachsen waren), oder bei Basis- Blättern und Stengeln gleiche Gehalte finden.

Das Spektrum des Cannabinoid-Gehaltes verschiedener Pflanzenteile beim Vergleich von männlichen und weiblichen Pflanzen oder bei verschiedenen Linien variiert ebenso stark und oft sogar drastisch. Zum Beispiel fand man in den blühenden Spitzen einer libanesischen Linie, dass die weiblichen Pflanzen fünfmal mehr THC enthielten als die männlichen. In den obersten Blättchen jedoch besaßen die männlichen Pflanzen doppelt so viel THC wie die weiblichen. Während die Spitzen-Blätter weiblicher Pflanzen aus der UdSSR und der Türkei gleiche Gehalte an CBD aufwiesen, besaßen die mittleren Blätter der türkischen Pflanzen siebenmal so viel davon wie die russischen (s. Tab. 7). In ähnlicher Weise kann das Verhältnis CBD zu THC in den verschiedenen Pflanzenteilen beträchtlich variieren. In Übereinstimmung mit dem oben angeführten generellen Prinzip ist dieses Verhältnis gewöhnlich weiter in Teilen, wo die Cannabinoide konzentriert sind, sowie in jungen Pflanzenteilen (da CBD vermutlich die Vorstufe des THC ist). In einer libanesischen Linie war der CBD-Gehalt in den weiblichen Blüten 70mal so hoch wie der THC-Gehalt, in den Spitzen- Blättern dagegen 35mal so hoch und in den unteren Blättern und Stengel nur noch 20 mal so hoch. Für die männlichen Pflanzen dieser Linie waren die jeweiligen Zahlen acht, neun, zwei und dreieinhalb. In einer anderen libanesischen Linie fand sich ein 1 : 1 Verhältnis von THC zu CBD in allen Teilen der weiblichen Pflanzen, wogegen die männlichen ein-einzehntel mehr CBD in den Blüten und sechs, vier und 15mal mehr THC in den Spitzen-, den mittleren Blättern und dem Stengel besaßen.

Eine neuere Studie über Marihuana aus den Niederlanden zeigte, dass das Verhältnis von CBD zu THC in allen Blättern und Blatteilen fast konstant bei 1,3 lag, nur in den Blattspitzen der großen Blätter fand sich etwas mehr CBD (Verhältnis 1,7). Die weite Variation, welche oben diskutiert wurde, mag teilweise auf Fehler in der Versuchsdurchführung zurückzuführen sein, zweifellos jedoch bestehen erhebliche Unterschiede bei den einzelnen Linien – in diesem Punkt wie bei fast allen anderen Merkmalen dieser außergewöhnlichen Pflanze. Eine Studie über türkische Pflanzen zeigte einen CBD-Gehalt von 1,7% in den unteren Teilen der einzelnen kleinen Deckblätter, aber nur 0,5% in den oberen Teilen der gleichen Deckblätter. Die höhere Konzentration in den unteren Teilen ist wahrscheinlich darauf zurückzuführen, dass sie älter sind und damit mehr Zeit für die Synthese von CBD hatten. Zur Erinnerung sei wiederholt, dass türkische Pflanzen generell vom CBD-reichen, THC-armen Typ sind.

Eine praktische Schlussfolgerung, die aus der Interpretation dieser Daten gezogen werden kann, ist, dass man genau beachten sollte, welchen Teil der Pflanze man verwendet. Beim Testen eines Kilos zum Beispiel kannst Du einen sehr verfälschten Eindruck gewinnen, wenn Du zufällig einige der unteren Blätter probierst oder anders herum nur die blühenden Spitzen erwischst. Eine weitere allgemeine Aussage, die getroffen werden kann, ist, dass je potenter die Pflanze ist, umso größer die Unterschiede zwischen blühenden Spitzen und einfachen Blättern sind.

Tabelle 7 Cannabinoid-Gehalte verschiedener Pflanzenteile
Einzelheiten s. Tab. 2
V = Pflanze der Linie 1 im vegetativen Stadium – 4W/ = Weibliche Pflanze der Linie 1 nach 4 Monaten, etc. M.W = Reife Pflanzen

Herkunft der Samen Wuchsort Ge­schlecht

 

Verbindung ­

 

Blüten- hüllbl.

 

Deck­blätter | Pollen Blüten oben Blätter

 

mitte

unten Stengel­

 

Japan Japan W

M

THC

THC

4,8

2,6

1,9

0,6

Türkei USA

(Mississippi)

W

M

THC

CBD

0,4

5,5

0,3

1,5

SP

0,2

Japan Japan 4W1

4W1

3W1

3W1

4W2

4W2

3W2

3W2

3M1

3M1

3M2

3M2

THC

CBD

THC

CBD

THC

CBD

THC

CBD

THC

CBD

THC

CBD

2,2

0,1

3,7

0,2

2,2

0,7

1,7

0,2

1,9

0,2

1,6

0,1

1,3

0,3

0,6

0,1

1,1

0,1

0,6

0,2

0,3

SP

0,1

3,7*

0,1*

4,0*

0,3*

1,0*

0,6*

1,8*

0,3*

1,4*

0,4*

1,2*

0,3*

1,3

0,2

1,0

0,1

0,9

SP

0,1

SP

1,0

0,1

0,8

0,2

Libanon Libanon W

M

CBD

CBD

2,4

1,3

1,1

0,6

0,3

0,4

0,1

SP

UdSSR Schweden W

M

CBD

CBD

0,5

0,6

0,5

0,3

0,1

0,4

SP

0,1

Türkei Schweden W

M

CBD

CBD

0,8

0,7

0,5

0,7

0,7

0,5

SP

SP

Tschecho­

slowakei

Schweden W

M

CBD

CBD

0,7

0,7

0,5

0,2

0,4

0,2

SP

SP

Süd-Afrika England W

W1

W2

W3

w4

W5

THC

THC

THC

THC

THC

THC

1,8-

7,1

3,7

3,4

1,3-

6,9

4,8

6,1

6,9 3,0

1.9

0,1-

4,5

3,1

3,0

5.5

1,5

0,8

4,0

Thailand England w THC 2,4 0,9
Mexiko USA

(Mississippi)

w

M

THC

THC

3,7 1,6 1,4

1,0

0,9
Nepal England W1

W2

THC

CBD

THC

CBD

5,8

3,5

3,4

2,1

1,4

0,6

1,6

0,8

Japan Japan w LUC 10,9

* Werte gelten für Mischung aus Blüten und kleinen Blättern
Quelle: K.H. Davis et al., „The Preparation and Analysis of Enriched and Pure Cannabinoids from Marihuana and Hashish”, Lloydia 33 (1970): 453; F. Merkus, „Cannabivarin and Tetrahydrocannabivarin, Two Constituents of Hashish”, Nature 232 (1971): 579; P.S. Fettermann et al., „Mississippi grown Cannabis sativa L.”, Journal of Pharmaceutical Science 60 (1971): 1246; P. Chambon et al., „Problemes Poses par la Culture Locale du Chanvre et Dosage des Chanvres“, Bulletin des Travaux de la Societe de la Pharmaci’e de Lyon 16 (1972): 46

Propyl-Cannabinoide
Bis 1969 dachte man, dass alle natürlich vorkommenden Cannabinoide eine Pentyl- oder fünf Kohlenstoffatome enthaltende Seitenkette am rechten Phenylring besäßen. Dann wurden einige Proben entdeckt, die geringe Mengen an Cannabinoiden mit einer Propyl- oder drei Kohlenstoffatomen enthaltenden Seitenkette an Stelle der Pentylgruppe besaßen. Die drei Analoga zu THC und CBN mit der Propyl-Seitenkette werden als Cannabidivarol (CBDV), Tetrahydrocannabivarol (THCV) und Cannabivarol (CBV) bezeichnet. Proben, die signifikante Mengen dieser Verbindungen enthalten, kommen generell aus Indien und seinen angrenzenden Gebieten (Nepal, Afghanistan, Pakistan), Süd-Afrika und Indonesien. Man nimmt jedoch an, dass weitere Tests das Vorhandensein dieser Verbindungen auch in Marihuana aus anderen Gebieten nachweisen werden. Geringe Mengen sind in Marihuana aus 29 Ländern entdeckt worden; nur Samen aus Marokko, Polen und der Türkei zeigten überhaupt keine Spuren dieser Cannabinoide. Wie die untere Tabelle zeigt, enthalten manche Proben bis zu 50% ihrer Cannabinoide als THCV oder CBDV.

In einigen afrikanischen Pflanzen liegen sogar 80% der Gesamtcannabinoide als THC vor. Bis jetzt ist noch unbekannt, ob die Menge dieser Verbindungen durch das Alter, Geschlecht oder einen bestimmten Teil der Pflanze in irgendeiner deutlich anderen Weise beeinflusst werden als bei Pentyl-Cannabinoid-Pflanzen. Die einzigen relevanten Daten, gewonnen an südafrikanischen „Zimmerpflanzen”, sind unten aufgeführt. Auffällig ist, dass höhere Temperaturen die (Pflanzen aus südafrikanischen Samen im Raum gewachsen bei 32°C in 16 Stunden Lichtperiode, dann bei 12 C in 8-stündiger Dunkelperiode).

männliche weibliche
32° C THC 0,19 0,16
THCV 0,14 0,08
22° C THC 0,07 0,14
THCV 0,02 0,06

Tabelle 8
Cannabinoide und Propyl-Cannabinoide hochpotenter Linien
Alle Werte in % der Gesamt-Cannabinoide abgerundet auf nächsten %-Wert THCV = Tetrahydrocannabivarin CBDV = Cannabidivarin SP = Kl %
Marihuana

Herkunft der Samen Wuchsort Reife­

zustand

THC THCV CBD CBDV
Afghanistan USA (Mississ.) vegetativ 48 SP
blühend 67 4 4 10
Süd-Afrika Frankreich unreif 70 17
Süd-Afrika i. d. Wohnung unreif 65 30
Süd-Afrika USA (Mississ.) blühend 54 SP
Indien USA (Mississ.) blühend 1 1 2
Nigeria USA (Mississ.) vegetativ 9 SP
Indonesien Indonesien blühend 81 3 SP
blühend 3 12 50
blühend 31 14 20
blühend 70 6 8
Thailand’71 Norwegen unreif 80 9
Thailand’72 Norwegen unreif 89 8
Türkei ’71 Norwegen blühend 3 96
Türkei ’72 Norwegen blühend 13 85
Süd-Afrika Süd-Afrika blühend 56-92 3-12
Süd-Afrika Norwegen unreif 84 4
Burma Burma blühend 9-22 11-25
Nigeria Nigeria blühend 26-78 4-13
Jamaika Jamaika blühend 55-98 2-17
Marokko Marokko blühend 45-66 30-40

Haschisch

Nepal Nepal blühend 3-12 2-6 36-41 9-12
Pakistan Pakistan blühend 15-53 39-57
Libanon Libanon blühend 25-36 59-66
Afghanistan Afghanistan blühend 42-61 35-45

Quelle: R.W. Jenkins und D.A. Patterson, „The Relationship Between Chemical Composition and Geographica! Origin of Cannabis“, Forensic Science 2 (1973): 59; C.E. Turner et al., „Constituents of Cannabis sativa L. VI“, Journal of Pharmaceut- ical Science 62 (1973): 1 739; Mobarak et al., „Studies on Non-Cannabinoids of Hashish II”, Chemosphere 3 (1974): 265; C.E. Turner und K.W. Hadley, „Chemical Analysis of Cannabis sativa of Distinct Origin”, Archivos Investigacion Media 5, Supplement (1974): 144; M. Paris et al., „Importance des Composes Propyliqucs dans le Cannabis Originaire d’Afrique du Sud”, Plantes Medicinales Phytotherapie 9 (1075): 136; K.H. Davis et al., „The preparation and Analysis of Enriched and Pure Canna- binoids from Marihuana and Hashish”, Lloydia 33 (1970): 453; F. Merkus, „Cannabivarin and Tetrahydrocannabivarin, Two Constituents of Hashish, Nature 232 (1972): 579; P.S. Fettermann et al., „Mississippi grown Cannabis sativa L.”, Journal of Pharmaceutical Science 60 (1971): 1246; P. Chambon et al., ,,Problemes Poses par la Culture du Chanvre et Dosage des Chanvres”, Bulletin des Travaux de la Societe de Pharmacie de Lyon 16 (1972): 46

Produktion von Propyl-Verbindungen relativ stärker als die von Pentyl- Verbindungen zu begünstigen scheinen und zwar in männlichen Pflanzen stärker als in weiblichen. Besonders interessant ist, dass die Dauer der Wirksamkeit der Propyl- Cannabinoide signifikant kürzer ist als die der Pentyl-Verbindungen. Das Rauchen von Marihuana mit hohen Anteilen an THCV sollte demnach einen kürzeren Rausch als gewöhnlich erzeugen. Über Experimente zu diesem Punkt mit Menschen wurde bisher jedoch nicht berichtet. Für die weitere Diskussion der Kettenlänge und der chemischen Synthese siehe das Chemie- Artikel.

Cannabinoid-Gehalte blühender weiblicher Spitzen
Es ist allgemein bekannt, dass sich Marihuana aus verschiedenen Gebieten der Erde beträchtlich in seiner Potenz unterscheidet, aber erst seit kurzem sind quantitative Daten erhältlich. Tab. 8 zeigt Angaben in Prozent des Trockengewichts der CBD- und THC-Gehalte blühender weiblicher Spitzen. Zum Beispiel enthielt eine wilde Linie aus Illinois 2,3% THC. Der meiste wilde amerikanische Hanf stammt von Pflanzen ab, die zur Fasergewinnung angebaut wurden. Viele der hierfür gebrauchten Samen waren im 19. Jahrhundert aus China importiert worden. Obwohl die meisten chinesischen Linien wahrscheinlich vom THC-reichen Typ sind, veränderte sich die natürliche Selektion langsam in CBD-reiche und THC-arme Typen. Man sollte immer bedenken, dass die aufgeführten Zahlen in keiner Weise die Breite der Variation, die in den einzelnen Ländern auftritt, vollständig wiedergibt. In vielen Fällen hätte man weit höhere Gehalte feststellen können, hätte man ausführlichere Studien mit vollständig reifen Pflanzen betrieben. Außerdem hat in letzter Zeit der intensive Untergrundvertrieb von Marihuana dazu geführt, dass man in fast allen Ländern der Erde eine Vielzahl verschiedener Marihuana-Herkünfte finden kann, deren Samen dann auch auf der ganzen Welt angebaut werden.

Hierbei sind natürlich Kreuzungenmit einheimischen Pflanzen nicht auszuschließen. Man weiß also nie mit ganzer Sicherheit, besonders bei Betrachtung wilder Standorte, ob man Samen vorliegen hat, die aus zahllosen Inzuchtgenerationen erwachsen sind oder ob man die Kreuzungsprodukte mit irgendwelchen unbekannten Pflanzen in seinen Studien benutzt. So fanden Forscher in Mississippi unter ihren Pflanzen, die alle aus den Samen einer Mutterpflanze gezogen waren, eine fünffache Variation im THC-Gehalt vor. Solch eine Variationsbreite ist weder ungewöhnlich noch das Maximum. Es ist gleicherweise eine noch höhere Variation zu erwarten, wenn die Pflanzen Abkömmlinge von Eltern verschiedener Linien sind.

Trotz all dieser Schwierigkeiten sind die Daten wahrscheinlich ziemlich typisch für Pflanzen, die aus den angegebenen Gebieten stammen. Beim Studium von Tabelle 8 ist es hilfreich, den Artikeln über Cannabinoid- Phänotypen gelesen zu haben.

Ein Punkt von unmittelbarem Interesse ist die extreme Variation in der Potenz von Proben eines einzigen Landes. Bei argentinischen Pflanzen fand man eine Skala im THC-Gehalt, die von 0,5% bis 8,3% reicht; das heißt von sehr schwach bis zu einer Qualität, die bestem kolumbianischem oder Thai- Marihuana entspricht. An der Grenze abgefangenes mexikanisches Marihuana wurde getestet und für ziemlich schwach befunden. Unter 40 Stößen befanden sich nur 10 mit einem THC-Gehalt über 1%, und die Spanne ging von 0,7 bis 2,87%. Es ist daher nicht zu leugnen, dass immer noch Hunderte von Tonnen mexikanischen Grasses importiert werden, die unfähig sind, irgendjemanden stoned zu machen. Sie gehen meist an Teenager, die noch nicht zwischen Grass und Oregano unterscheiden können. Sogar das beste getestete mexikanische Grass war nur halb so potent wie gutes kolumbianisches, jamaikanisches oder thailändisches und hatte zudem noch den Nachteil, dass es mehr CBD als die Letztgenannten enthielt. Eine Serie von in Jamaika getesteten Pflanzen besaß durchschnittlich 2,96% THC mit einer Spanne von 0,7 bis 10,3%. Letzteres Marihuana ist gleichwertig mit bestem Marihuana von irgendwo auf dieser Erde. Zehn Costa-Rica-Proben reichten von 1,0 bis 3,7%. Eine ähnliche Variation kann man bei Pflanzen des CBD-reichen Typs antreffen, wie z. B. bei wildem Illinois-Grass, das von Spurenanteilen bis zu 7% CBD ging.

Es wird viel spekuliert über die maximale Stärke, die Marihuana erreichen kann. THC-Gehalte von über 8% findet man recht selten, abgesehen von einigen unveröffentlichten Studien, die von Spannen bis zu 15% berichten. Werten von über 10% sollte man mistrauisch begegnen, weil die Möglichkeit besteht, dass Haschisch-Öl hinzugefügt wurde. Dies gilt besonders für Haschisch selbst.

Versuchsfehler stellen ein weiteres Problem dar. Wenn nur kleine Mengen zur Analyse ausgewählt werden, die hauptsächlich Blüten oder Hüllblätter enthalten, kann man hohe Werte messen, die jedoch repräsentativ für die gesamte blühende Spitze sind. Genauso kann man unterdurchschnittlich niedrige Werte messen. Um solche Fehler zu vermeiden, sollte eine sorgfältig gemischte Probe von zwei bis vier Gramm extrahiert und analysiert werden. Möglicherweise könnten Züchtungsprogramme heutige Spitzenqualitäten noch verbessern.

Thai und andere südostasiatische Cannabis Spezialitäten
Als man Thai-Samen in England und Mississippi zu Pflanzen anzog, stellte man zwar eine gute, doch keine bemerkenswert hohe Potenz fest (2,4 und 3,2% THC). Thai-Grass wird manchmal für mehr als 2.000 Dollar das Pfund und bis zu 30 Dollar pro Stick (ausreichend für etwa vier Joints) verkauft, aber auch bei diesem Marihuana variiert die Qualität wie bei jedem anderen Grass, so dass auch viel Thai-,,Ausschuss” unter die Leute gebracht wird. Ich habe von verschiedenen Stößen selbstangebauten Thais aus Kalifonien geraucht und fand die Qualität nur mäßig. Wenn man annimmt, dass die Samen durch die verschiedenen Umweltbedingungen und Anbauzeiten ihr volles Potential an THC-Produktion nicht in die Pflanzen umsetzen konnten, ist es wichtig zu bemerken, dass einige südafrikanische Samen bei den gleichen Experimenten in England und Mississippi Pflanzen mit über 6% ergaben. Drei in Thailand gewachsene Proben besaßen 4,8, 1,3 und 2,1% THC. Die potentesten Thai-Spitzen haben noch nicht ihren Weg in die offiziellen Analysen gefunden. Sie müssten 8 bis 10% THC enthalten. Interessant ist auch, dass einige Thai-Pflanzen CBD-reichen Typs waren oder zumindest mittlere Mengen an CBD aufwiesen. In der Mississippi-Studie fand man eine Pflanze mit 2,4% CBC und 1,4% THC, vielleicht war diese Pflanze jedoch noch nicht voll ausgereift, so dass noch mehr CBD in THC hätte umgewandelt werden können.

Vergleicht man andere asiatische Linien, fallen zwei junge, nicht blühende vietnamesische Pflanzen aus der gleichen Studie auf, die 4% und 1% THC enthielten und nur Spuren an CBD, während eine vietnamesische männliche Pflanze neben 3,2% THC auch 0,5% CBD besaß. Vier koreanische Züchtungen enthielten nur Spuren an CBD (ausgenommen eine mit 0,4%) und bis zu 3,8% THC in den Pflanzen, die voll ausreiften (nur männliche). Eine weibliche chinesische Pflanze besaß 2,0% THC und 1,9% CBD. Japanische Pflanzen schließlich sind typische THC-reiche Pflanzen mit bis über 4% THC und einem CBD-Gehalt, der ein Viertel bis die gleiche Menge des THC’s ausmacht. Zusammenfassend kann man sagen, dass typisches südostasiatisches Marihuana vom THC-reichen Typ ist, gleichzeitig aber oft größere Mengen an CBD aufweist.

Man sollte auch nicht vergessen, dass südostasiatisches Marihuana, zumindest wenn es dort angebaut wurde, dazu neigt, viel THC in CBN umzuwandeln (solches wird als überreifes Marihuana bezeichnet). Obwohl dies generell für alle THC-reichen Pflanzen gilt, auch wenn sie in kühlen Klimaten gezogen wurden (südafrikanische Samen in Norwegen ergaben Pflanzen mit bis zu 0,8% CBN und 2% THC), scheint diese Tendenz jedoch ein Maximum in Südost-Asien zu erreichen. In burmesischen Proben liegen manchmal 60% des Gesamt-Cannabinoid-Gehalts als CBN vor. Wenn diese Menge an CBN auch nicht die Wirkung des THC’s verändern, bedeuten sie doch einen substantiellen Verlust an THC. Konsequenterweise sollte man in heißen, feuchten Gebieten die Pflanzen nicht überreif werden lassen und Marihuana nicht für lange Zeiten lagern.

Zum Schluss können wir noch festhalten, dass das Ausmaß der Umwandlung von THC in CBN, da sie nicht-enzymatischer Natur ist, hauptsächlich von den Umweltbedingungen und nicht von der jeweiligen Linie abhängig ist.

Tabelle 9
Cannabinoid-Gehalte blühender weiblicher Spitzen
Einzelheiten s. Tab. 2 Die hier als unreif bezeichneten Pflanzen sind entweder junge weibliche Pflanzen oder, manchmal, Pflanzen, bei denen man vermutet, sie seien weiblich. Mehrere Angaben für ein Land beziehen sich auf verschiedene Samen-Herkünfte.
THC-reiche Linien (Weibliche >0,5%)

Herkunft der Samen Wuchsort Reifezustand THC CBD
Afghanistan in der Wohnung unreif 0,8 0,2
Afghanistan Mississippi unreif 2,1 0,2
Argentinien Argentinien blühend 0,5 0,7
blühend 0,9 SP
blühend 3,3 SP
blühend 8,3 0,2
Chile Kanada unreif 0,8 0,1
China Mississippi unreif 2,0 1,9
Kolumbien Kolumbien blühend 5,5 _
Costa Rica Costa Rica blühend 1,0 SP
T schechoslo wakei T schechoslo wakei blühend 0,5 1,3
Costa Rica Costa Rica blühend 3,2 SP
Frankreich Mississippi blühend 3,2 0,1
Gambia Kanada unreif 1.0 0,1
Ghana Mississippi unreif 2,6 SP
Hawaii Hawaii blühend 6,9
Indien Indien blühend 5,6 2,2
blühend 7,4 1,9
Indien Mississippi blühend 1,3 0,9
Italien Dänemark unreif 0,6 0,3
Jamaika in der Wohnung unreif 1,3 0,1
Japan Kanada unreif 1,4 0,3
unreif 0,6 0,3
Japan Japan blühend n% 0,2
blühend 0,9 SP
blühend 2,1
Korea Mississippi blühend 1,0 0,1
Libanon Mississippi blühend 1,0 2,0
Mexiko Mississippi blühend 3,7 0,4
blühend 1,4 0,1
blühend 1,8 SP
blühend 4,0 0,4
Mexiko Acapulco blühend 4,2
Nepal England blühend 2,7
blühend 1,4
Nepal in der Wohnung unreif 1,3 0,1
blühend 2,4
Niederlande Kanada blühend 1,4 0,2
Panama Panama blühend 3,2 0,3
Panama New Hampshire blühend 4,0 0,4
Panama Panama blühend 5,7
Panama in der Wohnung unreif 0,6 0,1
Peru Mississippi unreif 2,1 SP
Polen Kanada blühend 1,1 0,7
Rumänien Kanada blühend 0,6 1,3
Senegal Mississippi unreif 3,6 0,1
Sierra Leone Mississippi unreif 1,2 SP
Süd-Afrika England blühend 17,1
blühend 2,1
Süd-Afrika Mississippi unreif 6,1 SP
Süd-Afrika Dänemark unreif 1,7 SP
Süd-Afrika Norwegen unreif 2,0 0,1
Süd-Afrika Tschechoslowakei unreif 1,3
Schweden Kanada blühend 0,9 0,6
Thailand England blühend 2,4
Thailand Thailand blühend

blühend

1,3 4,8 0,1

0,1

Thailand Mississippi blühend

blühend

3,2

L4

0,4

2,4

Thailand Tschechoslowakei unreif 0,6 0,1
Türkei Mississippi T schechoslowakei blühend

blühend

2,8

0,1

1,9

1,1

USA (Iowa) Mississippi blühend 0,7 2,7
USA (Illinois) Illinois blühend 2,3
USA (New Jersey) New -ei‘-cy blühend 0,7 0,4
USA (Iowa) Iowa blühend 0,5 0,4
Vietnam Mississippi unreif 4,0 SP
                 Durchschnittliche  Linien  (WEIBLICHE >0,6%THC;0,8% CBD
T schechoslo wakei Kanada blühend 0,7 0.8
England Kanada blühend 0,6 1,5
Deutschland Kanada blühend 0,6 1,4
Griechenland Griechenland blühend 0,7 2,8
Ungarn Kanada blühend 0,6 1,5
Indien Kanada blühend 0,6 0,7
Libanon Norwegen unreif 0,8 1,0
Libanon Mississippi blühend 1,0 2.0
Polen Kanada blühend

blühend

1.1

1,3

0,7

1,2

Rumänien Kanada blühend 0,6 1,3
Sudan Mississippi blühend 2,1 SP
Schweden Mississippi blühend 0,9 0,6
Thailand Mississippi blühend 1,4 2,4
Türkei Kanada blühend 1,3 1,3
USA (Iowa) Mississippi blühend 0,7 2,7
UdSSR Kanada blühend 0,7 1,3
Jugoslawien Kanada blühend 0,6 1 ,o

CBD- Reiche, THC-arme Linien (Weibliche <0,5% THC; >0,6% CBD)

Argentinien Argentinien blühend 0,5 0,7
Brasilien Brasilien blühend 0,1 0,6
Kanada Kanada blühend SP 2,0
blühend SP 1,0
Zypern Kanada blühend 0,1 0,6
Tschechoslowakei Kanada blühend 0,1 1,4
blühend 0,1 0,8
blühend SP 1,7
England Kanada blühend 0,1 2,0
blühend 2,0 1,1
Frankreich Kanada blühend 0,1 2,8
blühend SP 1,9
Frankreich Frankreich blühend SP 0,6
Deutschland Kanada blühend 0,5 1,3
blühend 0,1 2,7
Griechenland Griechenland blühend 0,7 2,8
Ungarn Kanada blühend 0,5 1,5
blühend SP 1,6
blühend 0,1 2,5
Indien Kanada blühend 0,3 1,2
Irland Kanada blühend 0,1 0,8
Israel Kanada blühend 0,2 1,0
blühend 0,5 0,7
Italien Kanada blühend 0,1 1,9
blühend SP 2,8
blühend 0,5 0,6
Italien Kanada blühend 0,3 1,2
Libanon Mississippi blühend 1,0 2,0
Libanon Libanon blühend SP 2,8
blühend 0,5 2,4
Mexiko Kanada blühend 0,4 0,7
Niederlande Kanada blühend 1,1 1,3
blühend 0,4 2,1
Polen Kanada blühend 0,4 0,7
blühend 0,2 1,7
blühend SP 1,5
Portugal Kanada blühend 0,2 1,3
Rumänien Kanada blühend 0,1 1,9
blühend SP 1,1
Spanien Kanada blühend 0,4 2,7
Schweden Kanada blühend 0,3 1,4
blühend 0,4 2,2
Schweiz Schweiz blühend 0,1 1,6
Syrien Kanada blühend 0,1 0,8
Türkei Kanada blühend 0,1 0,8
blühend 0,1 1,2
Türkei Mississippi blühend 0,2 1,7
blühend 0,1 1,0
Türkei Schweden blühend SP 0,8
USA (Kansas) Kansas blühend SP 0,9
USA (Iowa) Kanada blühend 0,1 1,0
USA (Illinois) Illinois blühend 7,1
USA (Minnesota) Kanada blühend 0,1 1,6
USA (Iowa) Iowa blühend SP 0,9
USA (Iowa) Mississippi blühend 0,1 1,2
USA (Minnesota) Mississippi blühend 0,1 1,2
USA (New Jersey) New Jersey blühend 0,3 1,0
USA (Minnesota) Minnesota blühend 0,4 2,7
blühend 0,2 0,8
USA (Massachus.) Massachussets blühend 0,3 1,1
UdSSR Kanada blühend SP 0,6
blühend 0,1 3,4
blühend 0,4 1,6
Jugoslawien Kanada blühend 0,4 1,4

Quelle: R.W. Jenkins und D.A. Patterson, „The Relationship Between Chemical Composition and Geographical Origin of Cannabis”, Forensic Science 2 (1973): 59; C.E. Turner et al., „Constituents of Cannabis sativa L. VI”, Journal of Pharmaceutical Science 62 (1973): 1739; Mobarek et al., „Studies on Non-Cannabinoids of Haschisch II”, Chemosphere 3 (1974): 256; C.E. Turner und K.W. Hadley, „Chemical Analysis of Cannabis sativa of Distinct Origin”, Archivos Investigation Medica 5, Supplement (1974): 144; M. Paris et al., „Importance des Composes Propyliques dans le Cannabis Originaire d’Afrique du Sud”, Plantes Medicinales Phytotherapie 9 (1075): 136, K.H. Davis et al., „The Preparation and Analysis of Enriched and Pure Cannabinoids from Marihuana and Hashish”, Lloydia 33 (1970): 453; F. Merkus, „Cannabivarin and Tetrahydrocannabivarin, Two Constituents of Hashish”, Nature 232 (1972): 579; P.S. Fettermann et al., „Mississippi grown Cannabis sativa L.”, Journal of Pharmaceutical Science 60 (1971): 1246; P. Chambon et al., „Problemes Poses par la Culture Locale duChanvre et Dosage des Chanvres”, Bulletin des Travaux de la Societe de Pharmacie de Lyon 16 (1972): 46.

Wildes Grass in den USA
Wie schon erwähnt wurde, stammt wildes Grass in den USA generell von Pflanzen aus der Zeit der Faserproduktion ab und gehört zum CBD-reichen Typus. Natürlich findet sich auch hier eine beträchtliche Variation mit vielen im THC-Gehalt mittelstarken, bisweilen auch starken, Herkünften (s. Tab.). In den Vereinigten Staaten wie überall sonst wurden bisher nur ungenügende Studien bezüglich der Bestimmung der Häufigkeitsverteilung verschiedener Typen innerhalb eines Landes, einer Gegend oder eines Standortes betrieben. Die meisten Studien beziehen sich auf nur unvollständige Proben und präsentieren ihre Daten wenig sorgfältig und in einer unangemessenen Form. Bislang sind drei detaillierte Berichte über wilden amerikanischen Hanf veröffentlich worden. Die bereits erwähnte Studie aus Illinois untersuchte 101 naturalisierte Standorte in diesem Staat (wo einstmals kultivierter Faserhanf einen festen Platz in der Wildflora erobert hat) und fand Werte von 0,15 bis 7,1% CBD und 0,04 bis 2,27% THC. Wenn man eine Normal Verteilung annimmt, hatte der Hanf auf 68% aller Standorte zwischen 0,25 und 1,79% CBD und zwischen 0,03 und 0,65% THC.

Eine in Kansas auf zehn Standorten durchgeführte Untersuchung fand eine Spanne im CBD-Gehalt von 0,12 bis 1,7% und im THC-Gehalt von 0,01 bis 0,49%. Die Proben enthielten 1,5 bis 25 mal mehr CBD als THC. Mitte Juni fand man die höchsten CBD-Gehalte und Anfang Juli die höchsten THC-Gehalte. Dabei tendierten die männlichen Blüten dazu, einen etwas höheren Cannabinoid-Gehalt als die weiblichen aufzuweisen. Kurz vor der Blüte waren die Pflanzen etwa 210 cm hoch, später zum Zeitpunkt der Reife er-reichten sie ungefähr 260 cm. Eine dritte auf drei verschiedenen Standorten in Indiana durchgeführte Studie berichtet, dass die CBD-Gehalte während der Wachstumsperiode von Spuren bis zu 6,8% und die THC-Gehalte von Spuren bis zu 1,5% variierten.

Neuere Beobachtungen über Umwelt-Einflüsse und Cannabinoid-Gehalt
Obwohl es eine Menge älterer Literatur über die Effekte verschiedener Manipulationen der Umwelt-Einflüsse auf Marihuana gibt, ist diese doch wertlos für unsere heutigen Fragestellungen, da sie im allgemeinen nicht den Cannabinoid-Gehalt miteinbezieht und auch wenn wir Angaben hierüber finden, so muss man bedenken, dass man damals noch keine hinreichend genauen Meßmethoden für eine quantitative Bestimmung der aktiven Verbindungen im Marihuana kannte.

Die Studien über wilden Hanf in Illinois und Indiana versuchten, viele Faktoren im Gehalt der Bodensubstanz mit dem Cannabinoid-Gehalt zu korrelieren, was jedoch zu keinen akzeptablen Schlussfolgerungen führte. Beide Untersuchungen stimmen darin überein, dass Umweltbedingungen, die Stress für die Pflanze bedeuten, in einem höheren Cannabinoid-Gehalt resultieren. Die weitaus am sorgfältigsten kontrollierte Studie wurde 1975 an afghanischen Pflanzen im Gewächshaus durchgeführt. Alle Variablen mit Ausnahme des Bodens wurden konstant gehalten: Elf bestimmte Typen, die in Maryland heimisch sind, wurden herangezogen. Nach sechs Wochen, noch bevor die Pflanzen blühten, wurden sie abgeerntet und ihr Cannabiniod-Gehalt gemessen. Das THC übertraf das CBD bei allen Böden. Nur auf einem Boden, der für Kalium überdurchschnittliche und für Calcium unterdurchschnittliche Gehalte aufwies, übertraf der CBD- den THC-Gehalt. Da man bei dieser Ausnahme einen niedrigeren Gesamt-Cannabinoid-Gehalt vorfand, folgerte man, dass ein Mangelboden die Entwicklung und Umwandlung von CBD zu THC verzögert. In dieser Studie variierte der CBD-Gehalt nicht signifikant, der THC-Gehalt jedoch um den Faktor sieben, wobei er das CBD um 100% bis zu 600% übertraf. Die beiden Böden, welche Pflanzen mit doppelt so viel THC wie die anderen neun Böden lieferten, besaßen niedrige Magnesium-, niedrige Eisengehalte und leicht saure PH-Werte. Außerdem blieben die Pflanzen kleiner, hatten ein geringeres Trockengewicht, weniger Nodien, eine kleinere Zahl von Blättchen pro Blatt am obersten Nodiumsowie einen ziemlich hohen CBD-Gehalt. Obwohl die Pflanzen noch unreif und klein waren, als sie geerntet wurden, zeigen die erhaltenen Daten doch eine gute Übereinstimmung mit Werten aus anderen Experimenten, und es scheint keinen Grund zu geben, sie anzweifeln zu müssen.

Diese Studie bietet uns ein ausgezeichnetes Beispiel für einen zentralen Punkt, der ihren Autoren wie allen anderen entgangen ist. Wenn wir den absoluten THC-Gehalt pro Pflanze betrachten, finden wir, dass die beiden Böden, welche Pflanzen mit zwei- bis dreimal mehr Gesamt-THC als die anderen lieferten, nicht die potentesten, also relativ stärksten, Pflanzen ergaben. In der Tat wiesen die Pflanzen mit dem höchsten Gesamtertrag eine weniger als halb so starke THC-Konzentration wie die potentesten Pflanzen auf. Dieser Unterschied hätte noch größer ausfallen können, hätte man die Pflanzen voll abreifen lassen. Obwohl der THC-Gesamtertrag schon um den Faktor neun variierte, hätte er noch stärker variieren können, wenn man blühende Spitzen untersucht hätte. Die Bodenbedingungen sowie die Charakteristika der Pflanzen mit einem maximalen Gesamt-Ertrag waren außerordentlich verschieden von denen der potentesten Pflanzen. Die beiden Böden besaßen leicht saure PH-Werte und viel Phosphat, Kalium und Calcium; die Pflanzen waren am höchsten, hatten die größte Anzahl an Blättchen pro Blatt am obersten Nodium, die meisten Nodien, die höchsten Trockengewichte und niedrige bis mäßige CBD-Gehalte. Der Grund hierfür mag darin zu sehen sein, dass Stress (in diesem Fall durch Mangelerscheinungen des Bodens hervorgerufen), die Synthese von Proteinen, Kohlehydraten usw., schwächt, und zwar in einem geringeren Ausmaß als die Cannabirioid-Produktion, was zu einer kleineren aber potenteren Pflanze führt. Wenn andere Arten von Stress, die sonst in der Natur gegeben sind, hier zur Wirkung gekommen wären, hätte man wahrscheinlich eine noch stärkere Variation festestellen können. Dazu würden Dürre, schwache Belichtung, Wettbewerb mit anderen Pflanzen und Beschädigung durch Wettereinflüsse, Insekten oder Pilzen gehören. Doch auch so führten die schwachen Stressbedingungen, die vom Boden herrührten, zu den potentesten Pflanzen im Versuch, die weniger als halb so groß waren wie die Pflanzen mit dem höchsten Gesamtertrag.

Die Konsequenzen für den Marihuana-Farmer liegen auf der Hand. Es bieten sich zwei grundsätzliche Wahlmöglichkeiten an: Hohe Potenz und niedriger Ertrag oder niedrigere Potenz und höherer Ertrag. Diese Möglichkeiten existieren beim Anbau im Klosett ebenso wie im Feld. Wenn Du Samen einer gleichbleibenden Qualität besitzt, sollten wenige Jahre Erfahmng genügen, um Potenz und Ertrag Deines Produktes manipulieren zu können. Du könntest z. B. versuchen, lieber 4 kg eines 1%- THC-Grass’anzubauen als 1 kg eines 2%-THC-Grass’, da Du ja das THC aus ersterem extrahieren könntest, um 1 kg eines 4%-THC-Grass’ zu produzieren. Bedenke schließlich, dass es nicht nur eine einzige Kombination der Wachstumsbedingungen gibt, die zum Maximalertrag oder zur höchsten Potenz führen. Es sind unzählig viele Variationen der Licht-, Wasser-, Boden- und Temperaturbedingungen denkbar, die alle Dein Resultat beeinflussen werden. Die Bedingungen zeigen außerdem unterschiedlich starke Auswirkungen bei verschiedenen Typen von Samen. All diese Betrachtungen beziehen sich natürlich auch auf Pflanzen des CBD-reichen Typs (und könnten bei einer eventuellen Isomerisierung des CBD zu THC für Dich interessant werden; siehe Artikel Isomerisierung).

Zu einer bemerkenswerten Demonstration dieser Unterschiede zwischen Potenz und Ertrag wurde eine in England durchgeführte Studie. Pflanzen wurden ungefähr zehn Wochen gemeinsam angezogen und dann getrennt. Die eine Gruppe wurde weiterhin normal beleuchtet, während die andere für die nächsten drei Wochen im Dunkeln gehalten wurde. Am Ende dieser Periode enthielten beide Gruppen etwa den gleichen Prozentsatz an Cannabinoiden, aber die Lichtpflanzen hatten ihr Gewicht sowie den Gesamtgehalt an Cannabinoiden verdoppelt. Diese Studie konnte außerdem demonstrieren, dass eine Verstärkung des Tageslichts im Gewächshaus durch normales oder ultraviolettes Licht nicht zu einer Erhöhung im relativen THC-Gehalt beiträgt. Die Kontrollpflanzen, die im Freien gewachsen waren, besaßen mehr THC als alle anderen – 50% mehr THC als die unter Glas gewachsenen Pflanzen. Dennoch sollte man hier anführen, dass die Verstärkung der Beleuchtung wahrscheinlich zu einem höheren Gesamt- Ertrag geführt hat.

Mehrere Untersuchungen arbeiten mit kontrollierten Wachstumskammern (Phytotronen), in denen die Bedingungen sehr präzise eingestellt werden können. Bei einer dieser Studien erbrachten südafrikanische Samen potentere Pflanzen, besonders bei den männlichen, wenn sie bei 32°C statt bei 22°C aufwuchsen; aber hierbei variierte auch die Luftfeuchtigkeit. Ein anderes Mal wurden vier verschiedene Samen-Typen benutzt – zwei aus gemäßigten Klimaten (Illinois und Nepal) und zwei aus tropischen Klimaten (Panama und Jamaika), wobei die Illinois-Pflanzen zum CBD-reichen und die anderen zum THC-reichen Typ gehörten. Alle vier Typen waren grundsätzlich in ihrer Fähigkeit gleich, bei stärkerer Beleuchtung eine höhere Photosynthese-Leistung zu erbringen, die selbst bei 120 000 Lux (ein Maß für die Lichtintensität) noch nicht voll ausgeschöpft war. Dies bedeutet wahrscheinlich, dass man, welchen Samen man auch benutzt, für eine maximale Lichtintensität zum Zwecke besten Wachstums sorgen sollte. Die eine Hälfte der Pflanzen ließ man bei höheren Temperaturen (32°C am Tag und 23°C bei Nacht) und die andere Hälfte bei tieferen Temperaturen (23°C und 16°C) wachsen. Als diese dann bei verschiedenen Temperaturen, wie sie in einer normalen Wachstumsperiode auftreten können, auf ihre Photosynthese-Raten getestet wurden, zeigten die Pflanzen, die im Warm-Klima aufgewachsen waren, höhere Leistungen als die Kalt- Klima-Pflanzen. Die Illinois-Pflanzen wiesen hierbei die höchsten Photosynthese-Raten auf, in der Mitte lagen die nepalesischen und am niedrigsten die jamaikanischen und panamesischen Pflanzen.

Die Werte blieben ziemlich konstant und waren fast gleich hoch bei jeder Test-Temperatur zwischen 20°C und 30°C. Bei den nepalesischen und Illinois-Pflanzen fand man zwischen vier- und siebenfach höhere Chlorophyll-Gehalte als bei denen tropischer Herkunft. Dies mag ein Grund dafür sein, dass Marihuana aus südlichen Gegenden nach dem Trocknen oft eine schwächere Grünfärbung aufweist als andere Marihuana-Sorten. Eine mögliche Erklärung für die gefundenen Daten scheint darin zu liegen, dass Grass aus gemäßigten Breiten, wo das Licht weniger intensiv ist und Herbsttage sowie die gesamte Wachstums-Saison kürzer ausfallen, genetisch darauf eingerichtet ist, schneller wachsen zu können als Grass aus den Tropen. Daraus folgt allerdings, dass es wahrscheinlich keinen Weg gibt, die Wachstumsgeschwindigkeit der tropischen Grass-Pflanzen signifikant zu erhöhen. Man kann höchstens ein früheres Blühen bei den weiblichen Pflanzen bewirken, indem man sie einigen Kurztagen (mit ca. acht Stunden Licht) aussetzt.

Für alle vier Typen waren die Cannabinoid-Konzentrationen am höchsten bei den kühleren Bedingungen, obwohl der absolute Ertrag an Cannabinoiden vermutlich bei den warmen Bedingungen erzielt wurde. Nepalesische und jamaikanische Pflanzen hatten drei- bis vierfach höhere THC-Konzentrationen bei niedrigeren Temperaturen. Die Illinois-Pflanzen erreichten sechsfach höhere, und die panamesischen nur etwa gleich hohe Konzentrationen. Die ersten drei Populationen verdoppelten ihren CBD- Gehalt im kühleren Klima, wo die panamesischen wiederum etwa gleich blieben. Leider waren all diese Pflanzen bei der Ernte noch in unreifem Zustand, und die Ergebnisse wären vielleicht ganz anders ausgefallen, hätte man sie blühen lassen. Bei kühleren Temperatur-Bedingungen wiesen die Laub-Blätter folgende THC-Gehalte auf: Illinois 0,3%, Nepal 1,3%, Jamaika 1,3% und Panama 0,6%. Somit könnten amerikanische Marihuana- Pflanzer eventuell weitaus potentere Pflanzen mit jamaikanischen als mit panamesischen oder kolumbianischen Samen erzielen; aber wiederum gilt, dass die Gesamt-Erntemenge bei den weniger potenten Pflanzen viel höher ausfallen kann. Außerdem zeigen diese Daten wieder einmal, dass es keine hohe Korrelation zwischen Wuchshöhe und Wachstumsgeschwindigkeit gibt. Die Bedingungen, bei denen wir bestes Wachstum und höchsten Ertrag an Pflanzenmaterial und somit Cannabinoiden beobachten können, sind gewöhnlich verschieden von denen, die uns das potenteste Marihuana liefern.

Eine andere Phytotron-Studie, die mit Pollen südafrikanischer Pflanzen arbeitete, fand den maximalen THC-Gehalt, wenn die Temperatur konstant bei 24°C gehalten wurde. Mit 16 Stunden bei 22°C und acht Stunden bei 12°C (was normalen Bedingungen in gemäßigten Breiten gleichkommt) erreichten sie nur ein Fünftel dieses Wertes; bei 27°C für 24 Stunden nur ein Zehntel und bei 32°C für 16 Stunden und 12°C für 8 Stunden (Gegenden mit sehr warmen Tagen und kühlen Nächten entsprechend) nur noch ein Zwanzigstel. Dies scheint anzuzeigen, dass das stärkste Marihuana bei konstanten aber mäßig hohen Temperaturen wächst und wir bei Kultivierung der Pflanzen im Zimmer die Temperatur entsprechend regeln sollten. Man kann zu diesem Zweck auch das Licht rund um die Uhr eingeschaltet lassen, was außerdem zu einer maximalen Wachstumsrate führt. Weiterhin könnte man so vorgehen, dass man den Blühbeginn durch ein paar Kurztage induziert (z.B. mit zehn Stunden Beleuchtung pro Tag über fünf Tage) und dann zurückkehrt zu einem „normalen” 24-Stunden-Licht-Tag, um die Bildung männlicher Blüten auf weiblichen Pflanzen zu vermeiden, was zu einer Selbstbefruchtung und Ruinierung des Sinsemillas führen könnte. Die Forschung hat gezeigt, dass niedrige Nacht-Temperaturen das Auftreten von Intersexualität (männliche Blüten auf weiblichen Pflanzen) fördert. Andererseits könnte man eine solchermaßen geförderte Intersexualität und Selbstbefruchtung auch dazu nutzen, hauptsächlich weibliche Samen zu erzeugen, wenn dies gewünscht ist. Zusammenfassend ist zu sagen, dass eine Dauerbeleuchtung hilft, mäßige bis hohe Temperaturen aufrechtzuerhalten, mit denen man einen maximalen THC-Gehalt sowie eine maximale Wachstumsrate erreichen kann und das Auftreten von Intersexualität verhindert. Noch einmal sei erwähnt, dass man unter solchen Bedingungen wahrscheinlich keinen THC-Höchstertrag erzielen wird, dafür aber das stärkste Produkt.

Die hier beschriebenen Studien haben demonstriert, dass Stress fast jeder Art zu kleineren aber potenteren Pflanzen führt. Einige in Vorbereitung befindliche Daten zeigen, dass Pflanzen von Sandböden oder schattigen Gegenden ebenfalls etwas höhere THC-Gehalte aufweisen, und solche Bedingungen auch als Stress-Bedingungen zu werten sind. Während leichter Nährstoffmangel die Potenz erhöhen mag, zeigen neuere Untersuchungen, dass Pflanzen, die bei extremem Stickstoff-, Kalium- und Phosphornrangel gewachsen waren, obwohl sie verzwergt waren, in ihrer Potenz den Kontrollpflanzen vergleichbar waren. Dies deutet darauf hin, dass es einen Punkt gibt, ab dem die Cannabinoid-Produktion genauso wie das allgemeine Pflanzen-Wachstum durch Stress unterdrückt wird, was in einem niedrigen Ertrag und keiner Potenz-Erhöhung resultiert.

Andere Hybriden von Marihuana
Die Verhältnisse von THC zu CBD bei den Hybriden der 38 Linien lagen gewöhnlich zwischen denen der Eltern, aber gewöhnlich dominierte einer der Eltern, manchmal auf einem hohen, manchmal auf einem niedrigen THC-Level. Drei Generationen mexikanischen Marihuanas in Mississippi blieben hoch in ihrem THC-Gehalt und niedrig in ihrem CBD-Gehalt, wobei sie sich aber wahrscheinlich immer mit anderen mexikanischen Pflanzen gekreuzt hatten. Im Gegensatz dazu besaß die dritte Generation türkischer Pflanzen viermal so viel THC und rund halb so viel CBD wie die erste Generation, sie müssen sich daher mit THC-reichen Linien gekreuzt haben. Heimliche Anbauer im Mittelwesten der USA berichteten, dass eine Kreuzung des wilden, THC-armen dort heimischen Marihuana-Typs mit mexikanischen Linien spindelige und schwache Pflanzen, die nur selten richtig ausreiften, ergab. Eine Kreuzung der heimischen Pflanzen mit rotem oder goldenem Marihuana dagegen brachte Pflanzen mit einem 1,5-fachen THC-Gehalt des kolumbianischen, die auch ausreiften und fertile Samen ergaben. Ich habe noch nichts über Resultate der Rückkreuzung dieser Hybriden mit kolumbianischen Pflanzen gehört. Sie werden wahrscheinlich einen höheren THC-Gehalt erbringen, wohl aber auch eine lange Wachstumsperiode bis zur Reife benötigen; zur Samenproduktion wird man sie daher in der Wohnung halten müssen.

Es ist wahrscheinlich, dass, auf welche Merkmale man auch CBD-reiche, THC-arme Pflanzen der nördlichen Breiten selektiert, jeder Versuch fehlschlagen wird, einen THC-reichen Typ zu züchten, der dort auch ausreift und man weiterhin auf den Import von Samen des THC-reichen Typs angewiesen sein wird. In gleicher Weise erscheint auch der Versuch einiger Regierungen nutzlos, eine Cannabinoid-freie Varietät züchten zu lassen. Selbst wenn eine solche Cannabinoid-freie Varietät entwickelt werden könnte, wäre sie nie in der Lage, die anderen Formen in der Wildnis zu ersetzen, da dieser Mangel wahrscheinlich einen schweren Nachteil für diese Varietät bedeuten würde.

Ganz allgemein kann man von Hybriden ein kräftigeres Wachstum erwarten, ein Phänomen, das überall in der Pflanzenwelt zu beobachten ist und lediglich auf der Tatsache beruht, dass die Nachkommenschaft zweier gekreuzter Linien einer Art häufig kräftiger (d.h. schnellwüchsiger, größer und gesünder aussehend) ausfällt als die Eltern. Was dies für den Cannabinoid-Ertrag bedeutet, ist Zurzeit noch unklar.

Goldschmied Mitev - Ausgefallene Trauringe!