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Kaffee und Lebergesundheit: Neue Studie sieht geringeres Risiko für Leberzirrhose und Leberkrebs

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Kaffee könnte die Leber stärker schützen als bisher angenommen

Für viele Menschen gehört die erste Tasse Kaffee fest zum Start in den Tag. Sie hilft beim Wachwerden, begleitet die kurze Pause im Büro oder ist einfach ein tägliches Genussritual. Eine neue große Langzeitstudie deutet nun darauf hin, dass Kaffee möglicherweise noch einen weiteren Vorteil besitzt: Regelmäßiger Konsum könnte mit einem geringeren Risiko für schwere Lebererkrankungen und Leberkrebs verbunden sein.

Die Untersuchung umfasste mehr als 354.000 Teilnehmer, die über einen Zeitraum von mehr als zehn Jahren beobachtet wurden. Nach den Ergebnissen zeigte sich der mögliche schützende Zusammenhang nicht nur bei moderatem Konsum. Auch Menschen, die täglich fünf oder mehr Tassen Kaffee tranken, hatten im Vergleich zu Nicht-Kaffeetrinkern ein geringeres Risiko für Leberzirrhose, Leberkrebs und leberbedingte Todesfälle.

Die Forscher betonen allerdings, dass es sich um statistische Zusammenhänge handelt. Die Studie beweist nicht, dass Kaffee allein die Erkrankungen verhindert. Dennoch gelten die Ergebnisse wegen der großen Teilnehmerzahl, der langen Beobachtungsdauer und zusätzlicher medizinischer Untersuchungen als bemerkenswert.

Der mögliche Nutzen scheint nicht allein vom Koffein zu kommen

Eine besonders interessante Beobachtung betrifft entkoffeinierten Kaffee. Auch Teilnehmer, die überwiegend koffeinfreie Varianten tranken, zeigten ähnliche gesundheitliche Vorteile.

Das deutet darauf hin, dass nicht das Koffein selbst für den möglichen Leberschutz verantwortlich sein muss. Nach Einschätzung der Studienautoren könnten vielmehr die antioxidativen und entzündungshemmenden Inhaltsstoffe des Kaffees eine entscheidende Rolle spielen.

Kaffee enthält zahlreiche biologisch aktive Verbindungen. Dazu gehören Polyphenole und andere Pflanzenstoffe, die oxidativen Stress reduzieren und Entzündungsprozesse im Körper beeinflussen können.

Oxidativer Stress entsteht, wenn aggressive Moleküle, sogenannte freie Radikale, Zellen und Gewebe schädigen. Hält dieser Zustand über längere Zeit an, kann er Entzündungen, Vernarbungen und chronische Erkrankungen fördern.

Die Forscher vermuten deshalb, dass bestimmte Inhaltsstoffe des Kaffees jene Prozesse abschwächen könnten, die langfristig zu Leberschäden führen.

Was bei einer Leberzirrhose im Körper passiert

Für die Untersuchung betrachteten die Wissenschaftler unter anderem die Zahl neu auftretender Fälle von Leberzirrhose. Dabei handelt es sich um eine dauerhafte Vernarbung und Schädigung des Lebergewebes.

Die Leber kann sich bis zu einem gewissen Grad selbst regenerieren. Wird sie jedoch über viele Jahre immer wieder geschädigt, ersetzt der Körper gesundes Gewebe zunehmend durch Narbengewebe. Dadurch verliert das Organ nach und nach seine Fähigkeit, wichtige Aufgaben zu erfüllen.

Zu den möglichen Ursachen einer Zirrhose gehören eine unbehandelte Fettleber, chronische Virushepatitis, langfristiger hoher Alkoholkonsum und verschiedene Stoffwechsel- oder Autoimmunerkrankungen.

Weltweit leben mehr als 58 Millionen Menschen mit einer Leberzirrhose. Jährlich sterben fast 1,5 Millionen Menschen an ihren direkten oder indirekten Folgen.

Da die Erkrankung lange kaum Beschwerden verursachen kann, wird sie bei vielen Betroffenen erst in einem fortgeschrittenen Stadium erkannt.

Auch das Risiko für Leberkrebs war geringer

Neben der Zirrhose untersuchten die Wissenschaftler das Auftreten des hepatozellulären Karzinoms. Diese Form ist die häufigste Art von primärem Leberkrebs.

Weltweit werden jedes Jahr fast 685.000 neue Fälle diagnostiziert. Mehr als 597.000 Menschen sterben jährlich daran.

Das hohe Verhältnis zwischen Erkrankungen und Todesfällen zeigt, wie ernst die Diagnose ist. Leberkrebs wird häufig spät entdeckt und tritt oft bei Menschen auf, deren Leber bereits durch chronische Erkrankungen geschädigt ist.

In der aktuellen Untersuchung zeigte sich bei regelmäßigen Kaffeetrinkern ein niedrigeres Erkrankungsrisiko. Der Zusammenhang wurde im Allgemeinen stärker, je mehr Kaffee die Teilnehmer täglich tranken.

Wie stark war der beobachtete Zusammenhang?

Bereits ein bis zwei Tassen pro Tag waren mit messbaren Unterschieden verbunden. Teilnehmer in dieser Gruppe hatten ein rund 20 Prozent geringeres Risiko für eine Leberzirrhose. Das Risiko für Leberkrebs lag etwa 24 Prozent niedriger, während die Wahrscheinlichkeit eines leberbedingten Todesfalls um rund 31 Prozent reduziert war.

Bei drei bis vier Tassen täglich fiel der statistische Zusammenhang noch deutlicher aus. In dieser Gruppe war das Risiko sowohl für Zirrhose als auch für Leberkrebs um ungefähr 35 Prozent geringer. Die Wahrscheinlichkeit, an einer Lebererkrankung zu sterben, lag rund 41 Prozent niedriger.

Unter Teilnehmern mit fünf oder mehr Tassen täglich beobachteten die Forscher ein etwa 32 Prozent niedrigeres Zirrhoserisiko. Das Risiko für Leberkrebs war um rund 47 Prozent reduziert, während die Wahrscheinlichkeit eines leberbedingten Todesfalls etwa 42 Prozent niedriger lag.

Diese Zahlen wirken eindrucksvoll, müssen aber vorsichtig interpretiert werden. Sie zeigen eine Verbindung zwischen Kaffeekonsum und Gesundheitsergebnissen, nicht automatisch einen direkten Ursache-Wirkungs-Zusammenhang.

Warum die Ergebnisse trotzdem überzeugend wirken

Die besondere Stärke der Untersuchung liegt darin, dass die Forscher nicht nur Diagnosen und Todesfälle betrachteten.

Bei einem Teil der Teilnehmer wurden zusätzlich moderne MRT-Untersuchungen der Leber durchgeführt. Außerdem analysierte das Team bestimmte Proteine und biologische Marker im Blut.

Dabei zeigte sich, dass Kaffeetrinker im Durchschnitt weniger Leberfett und geringere Anzeichen von Entzündungen aufwiesen. Auch ihre Proteinprofile deuteten auf einen günstigeren Zustand der Leber hin.

Wenn klinische Ergebnisse, bildgebende Untersuchungen und biologische Marker in dieselbe Richtung zeigen, wird der beobachtete Zusammenhang wissenschaftlich glaubwürdiger.

Genau diese Kombination mehrerer Beweisebenen hebt die Studie von vielen früheren Untersuchungen ab.

Zucker, Süßstoffe und Sahne können den Vorteil abschwächen

Auch Teilnehmer, die ihren Kaffee mit Zucker oder Zuckerersatz süßten, zeigten grundsätzlich ähnliche Risikoreduktionen. Die Werte fielen allerdings etwas schwächer aus.

Außerdem wurde bei Menschen, die regelmäßig Süßungsmittel verwendeten, ein erhöhter Marker für Leberentzündungen festgestellt.

Das bedeutet nicht, dass gelegentlich gesüßter Kaffee automatisch schädlich ist. Wer seine Leber und die allgemeine Gesundheit unterstützen möchte, sollte jedoch darauf achten, wie viel Zucker, Sirup und stark verarbeitete Kaffeeweißer sich täglich summieren.

Ein großer Kaffee mit mehreren Portionen Sirup, Sahne und Zucker kann schnell mehr Kalorien und zugesetzten Zucker enthalten als eine kleine Mahlzeit.

Die American Heart Association empfiehlt, zugesetzten Zucker auf höchstens sechs Prozent der täglichen Kalorienzufuhr zu begrenzen. Das entspricht ungefähr neun Teelöffeln beziehungsweise 36 Gramm pro Tag für Männer und sechs Teelöffeln beziehungsweise 26 Gramm für Frauen.

Fünf Tassen sind nicht automatisch für jeden empfehlenswert

Die Ergebnisse sollten nicht als Aufforderung verstanden werden, den eigenen Kaffeekonsum sofort stark zu erhöhen.

Menschen reagieren sehr unterschiedlich auf Koffein. Während einige auch am Nachmittag problemlos Kaffee trinken können, erleben andere bereits nach einer kleinen Menge Herzklopfen, Nervosität, Magenbeschwerden oder Schlafprobleme.

Die US-Arzneimittelbehörde empfiehlt gesunden Erwachsenen in der Regel, nicht mehr als 400 Milligramm Koffein täglich zu konsumieren. Je nach Sorte, Zubereitung und Tassengröße entspricht das ungefähr zwei bis drei größeren Tassen Kaffee.

Eine kleine Tasse Espresso enthält zudem eine andere Koffeinmenge als ein großer Filterkaffee. Die reine Zahl der Tassen sagt daher nicht immer zuverlässig aus, wie viel Koffein tatsächlich aufgenommen wurde.

Schwangere, Menschen mit bestimmten Herzrhythmusstörungen, Angststörungen oder empfindlichem Magen sollten ihren individuellen Konsum mit einem Arzt besprechen.

Kaffee am Nachmittag kann den Schlaf stören

Selbst wenn Kaffee mögliche gesundheitliche Vorteile bietet, sollte er nicht zulasten der Schlafqualität konsumiert werden.

Koffein kann noch viele Stunden nach dem Trinken im Körper wirken. Fachleute empfehlen deshalb häufig, mindestens sechs Stunden vor der üblichen Schlafenszeit auf koffeinhaltige Getränke zu verzichten.

Manche Experten raten sogar dazu, nach 15 Uhr keinen Kaffee mehr zu trinken.

Schlechter Schlaf kann langfristig das Risiko für Übergewicht, Bluthochdruck, Stoffwechselerkrankungen und psychische Belastungen erhöhen. Ein möglicher Vorteil für die Leber sollte daher nicht mit dauerhaften Schlafproblemen erkauft werden.

Wer Kaffee auch am späteren Nachmittag genießen möchte, kann auf entkoffeinierte Varianten ausweichen. Nach der aktuellen Studie könnten diese ähnliche Vorteile für die Leber bieten.

Die Studie hat wichtige Einschränkungen

Trotz der großen Teilnehmerzahl bleibt die Untersuchung eine Beobachtungsstudie. Sie kann Zusammenhänge erkennen, aber nicht endgültig beweisen, dass Kaffee die niedrigeren Erkrankungsraten verursacht hat.

Der Kaffeekonsum wurde zu Beginn der Untersuchung und später im Zusammenhang mit den MRT-Untersuchungen erfasst. Dazwischen lagen teilweise mehr als zehn Jahre.

In dieser Zeit können sich Gewohnheiten deutlich verändern. Manche Teilnehmer trinken später mehr oder weniger Kaffee, wechseln zu entkoffeinierten Sorten oder hören ganz auf.

Die ursprüngliche Angabe gilt daher eher als grobe Einschätzung langfristiger Gewohnheiten als als lückenloses Protokoll.

Außerdem waren mehr als 90 Prozent der Teilnehmer europäischer Herkunft und insgesamt relativ gesundheitsbewusst. Nur etwa zehn Prozent der gesamten Gruppe erhielten eine MRT-Untersuchung.

Ob die beobachteten Vorteile in ethnisch und sozial vielfältigeren Bevölkerungsgruppen genauso stark ausfallen, muss deshalb noch genauer erforscht werden.

Kaffee ersetzt keine Behandlung und keinen gesunden Lebensstil

Auch die positivsten Studienergebnisse machen Kaffee nicht zu einem Medikament.

Wer bereits an einer Fettleber, Hepatitis, Zirrhose oder einer anderen Lebererkrankung leidet, sollte die medizinische Behandlung keinesfalls durch einen höheren Kaffeekonsum ersetzen.

Für die Lebergesundheit bleiben andere Faktoren besonders wichtig. Dazu gehören ein gesundes Körpergewicht, regelmäßige Bewegung, ein maßvoller Umgang mit Alkohol, Impfungen gegen bestimmte Formen der Virushepatitis und die konsequente Behandlung von Diabetes oder erhöhten Blutfettwerten.

Auch Medikamente und Nahrungsergänzungsmittel können die Leber belasten. Deshalb sollten Betroffene Präparate nicht ohne Rücksprache mit einem Arzt einnehmen.

Nicht nur die Leber könnte profitieren

Die neuen Ergebnisse ergänzen eine wachsende Zahl von Untersuchungen, die Kaffee mit weiteren gesundheitlichen Vorteilen in Verbindung bringen.

Frühere Studien fanden unter anderem Zusammenhänge mit einem geringeren Risiko für Typ-2-Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Herzschwäche, Schlaganfälle und bestimmte Formen von Demenz.

Auch hier gilt allerdings: Kaffee ist nur ein Teil des gesamten Lebensstils. Menschen, die regelmäßig Kaffee trinken, können sich in anderen Punkten von Nicht-Kaffeetrinkern unterscheiden. Ernährung, Bewegung, Einkommen, Schlaf und medizinische Versorgung können die Ergebnisse ebenfalls beeinflussen.

Trotzdem zeichnet sich immer deutlicher ab, dass maßvoller Kaffeekonsum für die meisten gesunden Erwachsenen nicht nur unproblematisch sein dürfte, sondern möglicherweise mit mehreren gesundheitlichen Vorteilen verbunden ist.

Fazit: Schwarzer oder wenig gesüßter Kaffee könnte eine leberfreundliche Gewohnheit sein

Die neue Langzeitstudie liefert starke Hinweise darauf, dass regelmäßiger Kaffeekonsum mit einem geringeren Risiko für Leberzirrhose, Leberkrebs und leberbedingte Todesfälle verbunden sein könnte.

Besonders interessant ist, dass der Zusammenhang auch bei entkoffeiniertem Kaffee beobachtet wurde. Das spricht dafür, dass antioxidative und entzündungshemmende Pflanzenstoffe eine wichtige Rolle spielen könnten.

Dennoch sollte niemand fünf oder mehr Tassen täglich trinken, nur um seine Leber zu schützen. Die verträgliche Menge hängt von der individuellen Koffeinempfindlichkeit, dem Schlaf, bestehenden Erkrankungen und der Art der Zubereitung ab.

Wer Kaffee gut verträgt, kann seine tägliche Tasse vermutlich weiterhin mit gutem Gefühl genießen. Besonders günstig erscheint dabei eine Variante ohne große Mengen Zucker, Sirup oder hochverarbeitete Sahneprodukte.

FAQ

Kann Kaffee das Risiko für Leberkrebs senken?

Die neue Studie zeigt einen Zusammenhang zwischen regelmäßigem Kaffeekonsum und einem niedrigeren Risiko für Leberkrebs. Sie beweist jedoch nicht eindeutig, dass Kaffee die direkte Ursache für die Risikoreduktion ist.

Hilft auch entkoffeinierter Kaffee der Leber?

Ja. Die Forscher beobachteten ähnliche Vorteile bei Menschen, die entkoffeinierten Kaffee tranken. Deshalb könnten vor allem antioxidative Inhaltsstoffe und nicht das Koffein entscheidend sein.

Wie viele Tassen Kaffee sind gesund?

Das ist individuell unterschiedlich. Die Studie fand bereits bei ein bis zwei Tassen täglich einen positiven Zusammenhang. Die allgemeine Koffeinempfehlung für gesunde Erwachsene liegt bei höchstens etwa 400 Milligramm pro Tag.

Sollte man wegen der Studie fünf Tassen täglich trinken?

Nein. Mehr Kaffee ist nicht automatisch besser. Hohe Mengen können Schlafprobleme, Herzklopfen, Nervosität oder Magenbeschwerden verursachen.

Ist Kaffee mit Zucker ebenfalls gesund?

Die möglichen Vorteile blieben grundsätzlich bestehen, waren aber etwas schwächer. Große Mengen Zucker, Sirup und stark verarbeitete Kaffeeweißer sollten möglichst vermieden werden.

Kann Kaffee eine Fettleber heilen?

Nein. Kaffee ersetzt keine medizinische Behandlung. Bei einer Fettleber sind Gewichtsreduktion, Bewegung, eine ausgewogene Ernährung und die Behandlung zugrunde liegender Erkrankungen entscheidend.

Wann sollte man keinen Kaffee mehr trinken?

Um Schlafprobleme zu vermeiden, empfehlen viele Experten, mindestens sechs Stunden vor dem Zubettgehen kein Koffein mehr zu konsumieren.

Wer sollte beim Kaffeekonsum besonders vorsichtig sein?

Schwangere, Menschen mit Herzrhythmusstörungen, starker Koffeinempfindlichkeit, Angststörungen oder bestimmten Magenproblemen sollten die passende Menge mit einem Arzt besprechen.