Homeopathische Mittel


Abrotanum (Eberraute, Abrot.)
Gehört zur Familie der Korbblütler (Asteraceae), Vorkommen in Europa und Südwestasien

GEMÜT:
Kennzeichnend für Abrotanum sind Schwäche und Kälte, was sich auch in der Gemütslage zeigt. Die Person ist oft niedergeschlagen und ängstlich. Sie fühlt sich matt und erschöpft. Daraus resultiert eine gewisse Reizbarkeit gegenüber der Umwelt. Teilweise kann mürrisches oder unfreundliches Verhalten auftreten bis hin zu aggressiven Impulsen gegenüber den Mitmenschen.
KÖRPER:
Abrotanum hat in erster Linie einen starken Bezug zum Verdauungsapparat und zu den Gelenken.
Charakteristisch sind wechselnde Beschwerden und die Abmagerung von unten nach oben. Auffallend ist hierbei, dass der Patient trotz Abmagerung sehr großen Appetit, ja sogar Heißhunger hat. Absolute Nahrungsverweigerung und eine Magersucht als Folge kann jedoch ebenso auf Abrotanum hinweisen, wenn das Gesamtbild übereinstimmt.

Die Symptomatik wandert durch den Körper. Sie sucht eine Öffnung um in Erscheinung zu treten und verlagert sich dann, durch Unterdrückung, immer wieder in andere Bereiche des Körpers.

Abrotanum zeigt eine starke Ähnlichkeit mit dem Krankheitsbild Marasmus, insbesondere an den Beinen und im Gesicht. Unter Marasmus versteht man einen allgemeinen Protein- und Eiweißmangel, der bei Unterernährung auftritt.

Das homöopathische Mittel hat sich vor allem bei der Behandlung von Säuglingen mit Marasmus bewährt.
Eine bleiche Gesichtsfarbe und auffallend dunkle Augenringe sind kennzeichnend für die Schwäche und Ermattung des/der PatientIn. Die Haut im Gesicht ist schlaff, ohne Spannkraft.
Sowohl auf der Haut als auch im Körperinneren empfindet der/die PatientIn eine starke Kälte.

Nagende Bauchschmerzen, so als hätte er/sie lange Zeit nichts mehr gegessen, verschlimmern sich vor allem nachts. Trotz der allgemeinen Abmagerung fühlt sich der Bauch an, als läge ein harter Klumpen darin. Ein aufgetriebenes Abdomen oder ein Hungerbauch sind ebenfalls typisch.

Es sind meist große Mengen, die der/die PatientIn brechen muss und das Erbrochene hat einen übelriechenden Geruch.

Die Wechselhaftigkeit von Abrotanum zeigt sich auch im Magen-Darm-Trakt. Verstopfung und Durchfall treten abwechselnd nacheinander auf.

Die Schwäche findet sich wieder im Rücken, besonders in der Lendenregion und in den Gelenken. Dem Patienten fällt es schwer, seinen Hals gerade und den Kopf in aufrechter Position zu halten. Abrotanum-Patienten haben sehr häufig kalte Hände und Füße.

Rheumatismus tritt vor allem in den Handgelenken und Sprunggelenken auf.

Ganz typisch ist der Wechsel zwischen Durchfall und Rheumatismus, hört der Durchfall auf z.B. durch Unterdrückung, so tritt an anderer Stelle der Rheumatismus in den Vordergrund.

Auch durch unterdrückte Menstruation oder Schweiße können Beschwerden hervorgerufen werden, denn Abrotanum hat einen Bezug zu den Schleimhäuten und Absonderungen, die häufig blutig sind.

ALLGEMEIN:
Drei Hauptthemen kennzeichnen Abrotanum: Schwäche, Kälte und Unterdrückung.

Unterdrückung und Kälte z.B. nasskaltes Wetter verschlimmern die Beschwerden,
Bewegung hingegen tut dem Patienten gut und bringt Wärme in den sonst recht kalten Körper.

Ein weiteres Charakteristikum ist das große Verlangen nach gekochter Milch oder nach in warmer Milch aufgeweichtem Brot.