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Nahrungsmittelallergien Diagnose – Diäten Provokationstest Sensibilisierung Medikamente

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Nahrungsmittelallergien Diagnose
Das Aufspüren von Allergieauslösern in Nahrungsmitteln erfordert sehr viel Geduld und geradezu kriminalistischen Spürsinn. Das liegt vor allem an der Vielfalt der auf dem Markt befindlichen Lebensmittel und ihrer Zutaten, aber auch an der unterschiedlichen Struktur und Beschaffenheit der einzelnen Allergene, die häufig in bestimmten Zubereitungsformen Reaktionen auslösen, in anderen dagegen nicht.

Mit einer guten Selbstbeobachtung können Sie den Kreis der möglichen Verursacher bereits selbst eingrenzen und gleichzeitig einen wichtigen Beitrag zur ärztlichen Diagnose leisten. Das gelingt am besten, wenn Sie einige Wochen lang sorgfältig ein Allergie-Tagebuch führen. Darin müssen Sie zum einen die täglich konsumierten Speisen und Getränke (mitsamt den jeweiligen Lebensmittelzutaten) auflisten, zum anderen, ob, wann und welche Symptome im Zusammenhang mit den Mahlzeiten aufgetreten sind. Notieren Sie dabei auch weitere mögliche Einflüsse wie zum Beispiel sportliche Aktivitäten, Infektionen oder Stress. Das ist zwar etwas mühevoll, hat aber den Vorteil, dass oft schon bald erkennbar wird, welche Nahrungsmittelbestandteile wahrscheinlich die Hauptauslöser der Beschwerden sind.

Ebenso wichtig wie die Eigenbeobachtung ist die ausführliche Erhebung der Krankengeschichte, die der Arzt vornimmt. Im Anschluss daran sind oft zusätzliche Hauttests Blutuntersuchungen und in bestimmten Fällen auch ein Provokationstest erforderlich.

Diagnostische Diäten und Provokationstest
Ergibt sich aus den oben genannten Tests ein Verdacht auf bestimmte Lebensmittelallergien, folgt als nächstes eine Auslassdiät (Eliminationsdiät). Sie sollten dann – nach Rücksprache mit Ihrem Arzt oder einem Ernährungsberater – zirka eine bis vier Wochen lang auf den/die vermutlichen Auslöser verzichten. Bei unspezifischem Verdacht wird eine allergenarme Basisdiät empfohlen. Eine solche Diät kann an Ihre individuelle Situation angepasst werden und besteht aus ungefähr 10 bis 20 gut verträglichen Lebensmitteln.

Gehen während dieser Zeit die Symptome zurück, wird der Speiseplan kontinuierlich mit weiteren Nahrungsmitteln bestückt. Solange es zu keiner allergischen Reaktion kommt, zählen diese Lebensmittel zu den erlaubten Speisen. Allerdings kann es Wochen oder sogar Monate dauern, bis eindeutig feststeht, welche Stoffe eine Allergie hervorrufen.

Den endgültigen Nachweis für eine bestimmte Allergie liefert erst ein Provokationstest, der nach der diagnostischen Diät durchgeführt wird.

Die Sensibilisierung überprüfen
Da sich Nahrungsmittelallergien im Laufe des Lebens abschwächen oder von selbst wieder verschwinden können, sollten Sie von Zeit zu Zeit überprüfen, ob die Sensibilisierung noch besteht. Wegen der damit verbundenen Risiken dürfen Sie dies jedoch nur unter ärztlicher Kontrolle und nicht im Selbstversuch ausprobieren.

Was Sie selbst tun können
Sobald feststeht, auf welche Nahrungsmittelbestandteile Sie allergisch reagieren, müssen Sie diese Stoffe fortan meiden.

Ein Verzicht ist jedoch nur dann erforderlich, wenn die Sensibilisierung nicht nur aus Haut- und Bluttests hervorgeht, sondern wenn das jeweilige Lebensmittel auch tatsächlich allergische Reaktionen hervorruft und wenn die Überempfindlichkeit durch einen Provokationstest bestätigt wurde.

Bei vielen Nahrungsmittelallergien, die als Kreuzreaktionen auf Pollenallergien auftreten, kommt es zwar zu positiven Haut- und Labortestergebnissen. Das bedeutet jedoch nicht unbedingt, dass sie wirklich Beschwerden verursachen. Im Gegenteil: Die meisten Pollenallergiker vertragen die mit Pollen assoziierten Nahrungsmittel.

Sie dürfen daher sämtliche Lebensmittel, die Ihnen bislang gut bekommen sind, auch weiterhin essen. Das gilt ebenso dann, wenn Sie – zum Beispiel nach dem Verzehr von Stein- oder Kernobst – lediglich einen leichten Juckreiz verspüren und keine weiteren Beschwerden haben. Es macht keinen Sinn – etwa bei einer Pollenallergie – vorbeugend Nüsse, Äpfel, Pflaumen, Möhren und andere Früchte vom Speiseplan zu streichen. Eine ausgewogene, abwechslungsreiche Kost, die Sie mit allen wichtigen Nährstoffen versorgt, ist viel wichtiger für Ihre Gesundheit als der ängstliche Verzicht auf Dinge, die Ihnen gut schmecken und die Ihnen keine Probleme bereiten.

Tipps für Nahrungsmittelallergiker
• Achten Sie beim Einkauf stets auf die Zutatenliste der Produkte.
• Fragen Sie, wenn Sie zum Beispiel in Metzgereien, Bäckereien oder Konditoreien „lose Ware“ kaufen, immer nach, ob das jeweilige Produkt „Ihre“ Allergene enthält.
• Die meisten Reaktionen auf versteckte Lebensmittelallergene ereignen sich in Restaurants, Cafes und Kantinen. Deshalb ist es sehr wichtig, dass Sie sich auch hier nach den Zutaten erkundigen. Das Gleiche gilt bei privaten Einladungen und Arbeitsessen. Denn in den Speisen können sich verschiedene verarbeitete Produkte verbergen, gegen die Sie allergisch sind (zum Beispiel Soja oder Gewürze in Wurstbelägen einer Pizza, Fischspuren in Pommes frites – die gemeinsam mit Fisch frittiert wurden -, Nüsse, Milch und Soja in zahlreichen Süßspeisen und Backwaren).
• Vergewissern Sie sich auch in Eisdielen, ob das gewünschte Eis (oder der Eisportionierer!) Rückstände von Allergenen wie zum Beispiel Nüssen oder Milch enthält.
• Essen Sie grundsätzlich keine Speisen vom Geschirr anderer Personen, da sich darauf ebenfalls Spuren allergener Lebensmittel befinden können.
• Produkte mit dem Hinweis „kann Spuren von … enthalten“ sollten Sie sicherheitshalber meiden, wenn Sie gegen die jeweiligen Lebensmittel allergisch sind. Das ist besonders wichtig, wenn es sich dabei um Nüsse, Soja, Sesam, Sellerie als Gewürz, Milch, Hühnerei, Fisch oder Garnelen handelt.
• Wenn Sie schon einmal eine schwere allergische Reaktion auf ein Nahrungsmittel hatten, sollten Sie sich von Ihrem Arzt ein Notfallset verordnen lassen und dieses immer bei sich tragen.
• Manchmal wird eine Allergie von Ängsten und seelischen Belastungen begleitet. Entlastung beziehungsweise Abhilfe können Sie sich zum Beispiel durch das Erlernen von Entspannungstechniken oder durch eine Psychotherapie verschaffen. Beides ist auch für Kinder gut geeignet.

Konsequentes Meiden ist nur erforderlich, wenn bestimmte Nahrungsmittel bedrohliche allergische Symptome auslösen. Das ist besonders wichtig bei Fisch, Erdnüssen, Nüssen, Milch, Sellerie, Soja und Sesam. Kommt es beim Verzehr dieser Speisen zu allergischen Reaktionen, sollten Sie diese möglichst rasch ärztlich ab- klären lassen – und künftig auf solche Lebensmittel verzichten.

Diätempfehlungen
Leider gibt es keine pauschalen Diäten, mit denen sich Allergien gegen Nahrungsmittelbestandteile (oder andere Allergene wie zum Beispiel Pollen, Hausstaubmilben oder Tierhaare) wieder zurückbilden. Bei Produkten oder Diätempfehlungen, die mit solchen Versprechungen werben, ist Vorsicht angesagt. Denn bislang liegen keine wissenschaftlichen Studien vor, die belegen, dass sich Allergien mit Diäten „heilen“ lassen.

Eine therapeutische Diät macht nur Sinn, wenn sie auf die individuellen Auslöser und Beschwerden zugeschnitten ist. Da oft nicht ersichtlich ist, in welchen Produkten sich welche Nahrungsmittelallergene befinden, ist eine Diätberatung für Allergiker empfehlenswert. Sie vermittelt das nötige Wissen über allergenarme Lebensmittel, über häufig verwendete Zusatzstoffe und über geeignete Zubereitungsformen. Eine Ernährungsberatung ist besonders wichtig, wenn Allergien bei Kindern auftreten und Allergien gegen mehrere Nahrungsmittelbestandteile bestehen.

Viele Krankenkassen beteiligen sich an den Kosten für eine Diätberatung, wenn der Arzt die Notwendigkeit einer solchen Maßnahme bescheinigt. Ihre Kasse kann Ihnen auch qualifizierte Ernährungsberater in der Nähe Ihres Wohnortes nennen. Weitere Adressen erhalten Sie beim Verband der Qecotrophologen.

Vorbeugende Diät bei Kindern
Informationen zur Ernährung allergiegefährdeter Kleinkinder finden Sie im Artikel „Vorbeugung“

Orientierungshilfe zur Lebensmittelauswahl
Wenn Sie eine pollenassoziierte Nahrungsmittelallergie haben, vertragen Sie möglicherweise Lebensmittel besser, in denen Allergene nur selten Vorkommen oder deren Allergene nur eine geringe Potenz haben. Die folgende Liste gibt Ihnen einen Überblick über Produkte, die häufig und solche, die selten Allergene enthalten. Sie zeigt auch, dass trotz eventuell notwendiger, vielfältiger Einschränkungen noch eine gute Versorgung mit Vitaminen und Mineralstoffen möglich ist.

Getreide

und

Getreide­

produkte

lösen häufig Allergien aus

•                      Haferflocken (Vollkorn)

•                      Hirse

•                      Reis (ungeschält)

•           Roggen/Weizen

(Vollkorn,-mehl)

lösen selten Allergien aus

•                      Buchweizen

•                      Haferflocken (blütenzart)

•                      Reis (geschält)

•                      Weizenkleie, Weißmehlsorten (ohne Schalenanteile), durch­gebackenes Misch-/Bauernbrot, Knäckebrot, Sauerteigbrot

Gemüse •            Fenchel •                   Blattsalate (Eisbergsalat,
  •           Hülsenfrüchte (wie Sojabohnen, Feldsalat etc.)
  Erdnüsse) •                    Erbsen
  •            Karotten (roh) •                    Pilze
  •            Kartoffeln (roh) •                    Radieschen
  •            Knoblauch (roh) •                    Rettich
  •                      Paprika (roh)

•                      Sellerie (roh und gekocht)

•                      Tomate (roh)

•                    Salatgurke
gekochtes   •            Aubergine

•            Paprika

Gemüse   •                      Broccoli

•            Prinzessbohne

•            Champignons

•            Rote Bete

•                      Kartoffeln

•                      Spargel

•                      Kohl (außer

•                      Spinat Sauerkraut

•                      Steckrübe

•                      Kohlrabi

•                      Zucchini

•                      Mais

Obst •            Apfel (roh)

•                      Birne (roh)

•                      Kirsche (roh)

•                      Kiwi (roh)

•                      Litschi

•                      Nektarine (roh)

•                      Pfirsich (roh)

•                      Pflaumen (roh)

•                      frisch gepresste Säfte von Stein-und Kernobst

•                      Brombeere, frisch oder gekocht

•                      Heidelbeere,frisch oder gekocht

•                      Himbeere,frisch oder gekocht

•                      Johannisbeere,frisch oder gekocht

•                      Mandarine

•                      Pampelmuse

•                      Quitte

•                      Säfte von Beeren

Nüsse/

Samen/

Kerne

•                      Haselnuss

•                      Mandel

•                      Mohn

•                      Paranuss

•                      Pistazie

•                      Sesam

•                      Sonnenblumenkerne

•                      Walnuss

•          (Erdnüsse – sie zählen zu den Hülsenfrüchten)

•                      Kokosnuss

•                      Pekannuss

Kräuter/

Gewürze

•                      Anis

•                      Basilikum

•                      Currypulver

•                      Dill,frisch

•                      Estragon

•                      Paprikapulver, rosenscharf

•                      Petersilie, frisch

•                      Pfeffer, scharf oder grün

•                      Schnittlauch,frisch

•                      Ingwer,frisch oder getrocknet

•                      Liebstöckel

•                      Lorbeerblatt

•                      Melisse

•                      Muskatnusspulver

•                      Nelken(pulver)

•                      Paprikapulver, edelsüß, mitgekocht

•                      Pfeffer, weiß und gemahlen, mitgekocht

•                      Salbei, getrocknet

•                      Zimtpulver

Nach „Diät bei Nahrungsmittelallergien und -Intoleranzen“, 3., aktualisierte Auflage, Christine Behr-Völtzer, Michael Hamm, Dieter Vieluf, Johannes Ring (Hrsg.), Verlag Urban und Vogel, München, 2006

 
Nahrungsmittelallergien Behandlung mit Medikamenten
Antihistaminika zum Einnehmen können die Symptome lindern, die durch Nahrungsmittelallergien hervorgerufen werden. Sie sind jedoch nur zur kurz- und nicht zur langfristigen Behandlung geeignet. Kommt es nach dem Verzehr bestimmter Lebensmittel zu einer leichten Allgemeinreaktion, können Sie ein schnellwirkendes Antihistaminikum nehmen, das Sie rezeptfrei in der Apotheke erhalten. Infrage kommen zum Beispiel Wirkstoffe wie Loratadin oder Cetirizin. (Ausführliche Informationen zu diesen Wirkstoffen-> Medikamente.

Wenn Sie an Asthma leiden und Atemnot bekommen, müssen Sie rasch Ihr bronchialerweiterndes Mittel inhalieren. Gehen die Beschwerden dadurch nicht zurück oder treten weitere – insbesondere Kreislaufprobleme – auf, müssen Sie das Notfallset anwenden und einen Notarzt rufen.

Eine spezifische Immuntherapie kann sich positiv auf Nahrungsmittelallergien auswirken, insbesondere wenn diese durch Kreuzreaktionen hervorgerufen werden. Bei Kindern unter fünf Jahren sollte sie jedoch wegen der damit verbundenen Risiken nicht durchgeführt werden. Außerdem gehen die im Kindesalter vorherrschenden Nahrungsmittelallergien in den allermeisten Fällen nach einigen Jahren von allein wieder zurück.

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