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Cannabinoide Inhaltsstoffe und ihre Effekte beim Cannabis und Marihuana

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Eheringe und Verlobungsringe aus Platin und Gold!

Cannabinoide – die aktiven chemischen Substanzen des Marihuanas
Obwohl die chemische Forschung über Marihuana bereits vor über 150 Jahren ihren Anfang nahm, dauerte es doch bis 1964, ehe die erste authentische Isolierung von reinem, aktivem delta-eins-tetrahydrocannabinol (A1 -THC) gelang, und erst 1970 wurde es als Hauptkomponente unter den psychoaktiven Inhaltsstoffen anerkannt. Seitdem wurden Dutzende von Cannabinoiden isoliert, aber keines von ihnen zeigt ähnlich starke psycho- aktive Wirkungen.

Cannabinoide sind die Verbindungen mit 21 Kohlenstoffatomen. Sie und ihre carboxylischen Säuren, Analoga und Umwandlungsprodukte sind einige der chemischen Komponenten des Marihuana. Die Abb. 1, 2 und 3 geben die Struktur einiger weniger Verbindungen und ihre vermuteten biosynthetischen Beziehungen wieder. Die meisten Cannabinoide sind extrem unlöslich in Wasser, und in den lebenden Zellen liegen sie wahrscheinlich vollständig in Form ihrer carboxylischen Säuren vor. Wenn man sie aus frischem Marihuana isoliert, befinden sie sich auch gewöhnlich in der Säureform, bis sie durch Altemng, Austrocknung und Hitze decarboxyliert werden. Die Daten beziehen sich im allgemeinen auf das prozentuale Gewicht der Cannabinoide in ihrer Neutralform, also decarboxyliert. Die Säuren sind im menschlichen Körper nicht aktiv, aber dies ist nur beim Essen oder Injizieren des Marihuana von Bedeutung, da sie beim Rauchen automatisch decarboxyliert werden. Diese Säuren befinden sich mehrheitlich oder manchmal ausschließlich in der “A”-Form (s. Abb. 2), aber es wurden auch Varianten beobachtet, die Säuren der “B”-Form besaßen. Eine indische Variante enthielt zehnmal mehr “A” als “B”, und eine andere Probe enthielt wiederum sehr wenig “A”. Diese Stellungsisomere sind nicht näher untersucht, und ihre Bedeutung ist unbekannt.

A'(6)-THC (s. Abb. 2) macht nur einen geringen Anteil im Marihuana aus und übersteigt selten wenige Prozente des CI-THC-Gehaltes, hat aber etwa die gleiche biologische Aktivität. Man hat vermutet, dass es als Nebenprodukt bei der Marihuana-Extraktion und -Analyse entsteht.

Die biosynthetische Route der Cannabinoide (die biochemischen Stoffwechselwege, über welche sie in der Pflanze synthetisiert werden; die Routen mit der größten Wahrscheinlichkeit sind in Abb. 3 wiedergegeben. Beginnend bei Grundbausteinen wie Isopren oder Mevalonsäure werden Verbindungen vom Typ der Olivetolsäure oder des Geranylpyrophosphats (liefert Energie und Kohlenstoffgerüst) über verschiedene Zwischenstufen wie Cannabigerolsäure kondensiert, um Cannabidiolsäure zu ergeben, die wiederum über Dehydrierung und RingSchluss in die Tetrahydrocannabinolsäure, umgewandelt wird. Mit der Zeit und durch Hitze-Einwirkung erfolgt sukzessive Abbau (Dehydrierung) zur Cannabinolsäure oder zum Cannabinol (CBN) (vgl. Abb. 1). An einem gewissen Punkt werden das THC und/oder das Cannabidiol (CBD) durch die Zellmembran hindurch ausgeschleudert. Ob dies kontinuierlich geschieht oder erst nach Erreichen einer kritischen Konzentration, wurde noch nicht nachgewiesen: möglicherweise werden gleichzeitig Polymere des THC gebildet, aber deren Menge und mögliche Bedeutung für die Aktivität des Marihuana wurden noch nicht näher untersucht.

Ein Großteil der Forschung richtete sich auf die Bestimmung der Aktivität verschiedener chemischer Bestandteile im Marihuana. In einer Studie arbeitete man mit den drei Hauptkomponenten THC, CBD (der biologische Vorläufer des THC) und CBN (das unmittelbare Abbauprodukt des THC). Die Forscher injizierten definierte Mengen von jeder Substanz in reiner Form intravenös in (menschliche) Versuchspersonen. Für THC ermittelte man 20 mg pro kg Körpergewicht als durchschnittliches Minimum um einen “Rausch” (high) zu induzieren, während 50 mg pro kg die durchschnittlich maximal gewünschte THC-Menge darstellten. Bei CBN lagen die Werte mit 200 und 270 mg/kg beträchtlich höher, und für CBD wurde sogar bei 270 mg/kg kein Rauschgefühl berichtet. Wie dem auch sei, neuere Studien zeigen, dass CBD, wenn es auch allein eingenommen keinen Effekt zeigt, beträchtliche Wechselwirkungen mit THC haben kann.

Die Cannabidiol-Geschichte
Die höchst unterschiedlichen Effekte von Marihuana und Haschisch haben den Forschern manches Rätsel aufgegeben. Wenn THC die einzige psycho- aktive Komponente ist, sollte man proportional zum prozentualen Anteil


Abb. 1 Einige natürlich vorkommende Cannabinoide. Die drei zuerst aufgeführten Verbindungen sind die weitaus wichtigsten und sind mit den drei folgenden identisch bis auf die um 2 C-Atome kürzere Seitenkette in der Cannabidivarol-Serie. Siehe im Text die Diskussion der Serien mit Propyl-Seitenketten, und siehe Anhang wegen des Numerierungssystems. (Nachdruck, mit Erlaubnis, aus R.Mechoulam,Marihuana, 1973)


Abb. 2 Andere natürlich vorkommende Cannabinoide (Nachdruck, mit Erlaubnis, aus R. Mechoulam, Marihuana, 1973)


Abb. 3 Wahrscheinlicher Biosynthese-Weg der wichtigsten Cannabinoide. (Nachdruck, mit Erlaubnis, aus R. Mechoulam, Marihuana, 1973)


Abb. 4 Struktur-Ansichten von THC. (Nachdruck mit Erlaubnis, von R. Mechoulam, Marihuana, 1973)
an THC high werden, insbesondere, weil Studien gezeigt haben, dass reines THC im Wesentlichen dasselbe bewirkt wie Marihuana. Tatsache ist, dass verschiedene Proben eine qualitativ verschiedene Art von Rauschzustand erzeugen und dass hohe THC-Gehalte (wie in vielen Haschischsorten) nicht unbedingt einen guten Rausch garantieren. Die neueste wissenschaftliche Forschung kann uns helfen, hierfür eine sinnvolle Begründung zu finden.

Die einzigen Verbindungen, die bei allgemeiner Einnahme einen Effekt zeigen oder die Wirkung des THC beeinflussen können, sind CBD und CBN. Diese beiden Verbindungen haben eine relativ geringfügige sedative Wirkung in den Mengen, in denen sie normalerweise gegessen oder geraucht werden. Neuere Untersuchungen haben gezeigt, dass sie dazu neigen, die depressive Wirkung des THC zu verstärken und seine anregende Wirkung zu blockieren. Das heißt, sie tendieren dazu, den Konsumenten schläfrig zu machen und den Rausch zu blockieren. Die wirkliche Situation ist komplizierter. CBN kann mit THC synergistische Wirkungen entfalten und dabei die mentalen Effekte verstärken, aber CBN ist gewöhnlich nur in geringen Konzentrationen vorhanden und besitzt wenig Potenz, wird daher den Rausch normalerweise nicht sonderlich beeinflussen. (Anm. des Übers.: zwei Substanzen wirken synergistisch, wenn ihr Zusammenwirken die Summe der Einzelwirkungen übertrifft).

Eine weitere Möglichkeit wäre, dass CBD sowohl die depressiven als auch die anregenden Wirkungen des THC abzuschwächen vermag. Normalerweise setzt CBD jedoch die euphorische Wirkung des THC herab, ohne selbst eine Wirkung zu zeigen. Dies wurde in einer Untersuchung festgestellt, wo Versuchspersonen THC mit und ohne CBD (sechsfache Menge des THC) rauchten. Wenn CBD mit THC in doppelter Menge des THC oral eingenommen wurde, verzögerte es das Einsetzen des Rausches, verlängerte aber gleichzeitig dessen Dauer.

Die praktischen Schlussfolgerungen aus diesen Ergebnissen sind anscheinend:
(1) Der CBD-Gehalt von Marihuana und Haschisch sollte so gering wie möglich sein, um einen guten Rausch zu erzielen.
(2) Ein hoher THC-Gehalt wird nur einen guten Rausch bedeuten, wenn er von einem geringen CBD-Gehalt begleitet wird.
(3) Jegliches Grass, das hohe CBD-Mengen enthält, sollte einer Extraktion unterzogen werden und das CBD zu THC isomerisiert werden.
(4) Zu einer sorgfältigen Bewertung von Grass gehört ein quantitativer Test auf THC- und CBD-Gehalt.

Die Einwirkungen von CBD auf den THC-Rausch bedürfen natürlich noch weiterer Untersuchungen. Wenn CBD in großen Mengen vorliegt, ist es möglicherweise doch an einigen interessanten und vergnüglichen Aspekten des Rausches beteiligt. Es kann gut sein, dass Marihuana mit sehr viel CBD und THC wünschenswerter sein kann als mit sehr viel THC allein. Dies mag eine Begründung dafür geben, dass Haschisch, obwohl es normal viel weniger THC als CBD enthält, meistens einen besseren Rausch liefert, als man bei Betrachtung des THC-Gehaltes allein erwarten würde.

Dieser Gedankengang könnte außerdem einige der großen Unterschiede in der subjektiven Erfahrung mit verschiedenen Marihuana-Sorten erklären. Da der CBD-Gehalt bei großen THC-Gehalten relativ höher liegt als bei niedrigen THC-Gehalten, wird der Rausch relativ abgeschwächt und verzögert. So wird Grass mit adäquatem THC-Gehalt (etwa 1%), aber sehr hohem CBD-Gehalt (etwa 0,5 %) sehr mild wirken, es wird dem Konsumenten langsam den Rücken hinaufkriechen, und vier Stunden später wird er sich mehr stoned fühlen als wenn kein CBD enthalten gewesen wäre. Manchmal wird das als vorteilhaft empfunden; in einem neuen Experiment berichteten naive Versuchspersonen, dass ihnen Joints mit THC und CBD mehr Spaß machten als solche, die nur THC enthielten. Das CBD schwächte den Rausch genügend, um sie von Angst und Nervosität freizumachen.

Hoffentlich ist nun klar geworden, warum in den verschiedenen Tabellen Angaben über THC- und CBD-Gehalte aufgeführt sind. High zu werden ist eine Wissenschaft und Kunst zugleich. Bei genauer Betrachtung der Tabellen und Korrelation der Werte mit persönlichen Erfahrungen wird es vielleicht möglich, die Natur eines erwarteten Rausches ziemlich genau abschätzen zu können, allein dadurch, dass man die prozentualen Gehalte an verschiedenen Inhaltsstoffen in einer gegebenen Marihuanaprobe kennt. Schon in Kürze werden einfache, schnell durchführbare chemische Tests verfügbar sein, mit denen sich THC- und CBD-Gehalte bestimmen lassen. Schon das Wissen um die Herkunft der Samen kann eine gute Hilfe beim Abschätzen der Qualität des erwarteten Erntegutes sein, ohne dass man den Standort des Anbaus mitberücksichtigt. Natürlich führen Unterschiede der Samen untereinander, der Wachstumsbedingungen und des Alters dennoch zu beträchtlichen Unterschieden, jedoch entstehen aus Samen von Eltern- pflanzen mit viel THC gewöhnlich auch Nachkommen mit ähnlich hohen THC-Gehalten.

Zusammenfassend bleibt festzuhalten, dass die ganze Cannabidiol-Geschichte verwirrend ist wegen seiner komplexen Wechselwirkungen mit dem THC und nicht zuletzt, weil die Erforschung solcher Zusammenhänge leider etwas vernachlässigt wurde. Inzwischen scheint die Behauptung jedoch hinreichend begründet zu sein, dass wenn der CBD-Gehalt auf den THC-Gehalt zugeht, der Rauschzustand in seiner Wirkung abgeschwächt, zeitlich jedoch verlängert wird.

Über das Rauchen und Essen
Es ist effizienter zu rauchen als zu essen – wenigstens wenn man davon high werden will. Die meisten der Daten über das Rauchen wurden aus der Analyse von Kondensaten aus Zigaretten-Rauch-Maschinen gewonnen, und es ist unklar, ob diese Ergebnisse mit solchen aus tatsächlichen Rauchversuchen identisch sind. Die bisherigen Ergebnisse lassen erwarten, dass minimal 20% (maximal 60% des in einem Joint enthaltenen THC die Lungen erreichen; beim Rauchen in einer Pfeife wird der untere Wert bei vielleicht 45% liegen. Ein erfahrener Raucher, der tief und lange inhaliert, wird bis zu 80% der inhalierten Cannabinoide resorbieren können.

Die wichtigste chemische Umwandlung beim Rauchen scheint in der Decarboxylierung von THC-Säure zu THC zu bestehen. Diese ist besonders wichtig bei frischen, feuchten Proben, in denen das THC nicht in seiner aktiven Form vorliegt und erst decarboxyliert werden muss. Andere Proben, die erhitzt oder einige Zeit gelagert wurden, enthalten meistens schon decarboxyliertes THC. Beim Rauchen erfolgt ebenfalls eine partielle Umwandlung von THC in das inaktive CBN, und es entstehen einige wenige nicht so wichtige Verbindungen. Vom enthaltenen CBD wird nur ein kleiner Anteil in die Ringform (THC) überführt, wenn nicht das Marihuana mit Tabak vermischt wurde (häufig in Ländern außerhalb der USA), und auch dann wird nur wenig Cyclisierung auftreten.

Reines THC ist etwa 3-fach potenter, wenn es geraucht statt gegessen wird. 6 mg THC geraucht oder 15 mg gegessen werden bei den meisten Personen nur einen schwachen Rausch erzeugen, während 30 mg geraucht und 75 mg gegessen intensive Effekte bewirken, die denen des LSD vergleichbar sind. Die 5-10fach schwächere Wirkung beim Essen von Marihuana und Haschisch ist begründet in der unvollständigen Absorption durch die Magen-Darmschleimhaut. Umgerechnet auf durchschnittliches Marihuana, das etwa 1% THC enthält, würde dies bedeuten, dass man nach dem Rauchen von ungefähr 1 g minimal high wird, ein Zustand, der auch durch das Essen von 3 g erreicht werden kann. Merke, dass das meiste THC in seiner oral inaktiven Säureform vorliegt und daher das Grass fein pulverisiert und im Backofen nachgetrocknet werden sollte (um die Säure zu de- carboxylieren), ehe es gegessen wird.


Abb. 5 Wasserpfeife aus dem Mittleren Osten. Typisch für Ägypten und benachbarte Länder, wo solche Wasserpfeifen seit etwa 400 Jahren in Gebrauch sind. Das Haschisch ruht normalerweise auf einer Schicht Tabak (der in diesem Beispiel gezuckert ist) und wird von Aktivkohle bedeckt. Der den Hals der Pfeife passierende Rauch wird durch das Wasser abgekühlt und gefiltert. (Nachdruck aus M. Soueif, Bulletin on Narcotics, 1967).

Und Wasserpfeifen? Ein neueres Experiment zeigte, dass die wasserlöslichen in der Wasserpfeife absorbierten Substanzen inaktiv waren. Dieses Ergebnis war auch erwartet worden, da Cannabinoide als wasserunlöslich bekannt sind. Das unlösliche Material, was sich an der Wasseroberfläche und den Gefäßwänden gesammelt hatte, war jedoch sehr aktiv. Relativ zu dem Kondensat gesehen, das beim Rauchen die Lunge erreicht, waren hierin % des THC, % des CBD und etwas mehr CBN enthalten. Einige Jünger der Wasserpfeife benutzen Wein in ihren Pfeifen (der Verfasser bevorzugt Kirschwein), und ein kleiner Anteil der Cannabinoide kann sich in dem Alkohol lösen. Aber auch hierbei wird beim Benutzen der Pfeife ein Anteil über den Rauch abdestillieren, und wenn später der Alkohol im Gefäß verdunstet, lagern sich die Cannabinoide am Boden und den Wänden des Gefäßes ab. Wasserpfeifen haben den Vorteil, dass sie den Rauch kühlen. Während die Effizienz beim Joint-Rauchen wohl größer ist, filtern Wasserpfeifen größere Partikel ab und sind wahrscheinlich zuträglicher für die Lunge.3

Wertverluste beim Cannabis
Die Qualität von Haschisch nimmt mit der Zeit ab. In Indien wird es nur bis zu 3 Jahren gelagert. Danach verliert es seine dunkelbraune oder grünliche Farbe sowie die harzige Konsistenz. Es wird bräunlich-grau, hart und krümelig. Dieser Verlust an Potenz beruht auf Oxydation. Das Innere eines Brockens bleibt länger wirksam als die äußere Schicht. Raphael Mechoulam, der Pionier unter den Marihuana-Experimentatoren, fand einen Brocken Haschisch mit 2% THC in der Außenschicht und 8% im Kern. Zwanzig Jahre zuvor entdeckte der Marihuana-Forscher Levine eine 3 Jahre alte 100 Pfund schwere Platte Charas (Haschisch), das seine Potenz im Inneren erhalten hatte, während die Kruste nur noch %o der einstigen Potenz aufwies.

In Indien wird Ganja (blühende Spitzen) nach dem Ablauf von zwei Jahren als wertlos angesehen; Bhang (Blätter mit einem relativ niedrigen THC-Gehalt gilt jedoch als recht stabil und kann 3-4 Jahre gelagert werden. Im vierten Jahr wird Bhang dann aber in Form eines kühlen, durstlöschenden Getränks eher geschätzt als wegen seiner berauschenden Eigenschaften.

Man kann das Verhältnis von CBN (Abbauprodukt des THC) zur Gesamtmenge an Cannabinoiden als Hilfswert bei der Altersbestimmung einer Probe heranziehen. Eine Studie ergab unter den tropischen Verhältnissen Indiens, dass der Quotient aus CBN und CBD plus THC pro Jahr um 12% für Charas und um 3,5% für Ganja anstieg. Je kleiner der Quotient, je frischer ist die Probe. Haschisch verfällt schneller als Ganja, weil es während seiner Herstellung mehr der Luft ausgesetzt ist.

Wichtig ist, dass das Marihuana nicht allzusehr zerkleinert wird, wenn es gelagert werden soll. Eine britische Untersuchung zeigte, dass der THC- Verlust während eines Jahres doppelt so groß war, wenn das Grass durch ein 0,33 mm Sieb statt durch ein 1 mm Sieb passiert wurde. Das Experiment fand in einem dunklen Raum bei 20°C statt, doch trotz kontrollierter Versuchsbedingungen variierte der Verlust im feiner gepulverten Teil aus unbekannten Gründen von 16% bis 43%. Auch der Einfluss des Lichtes war nach einem Jahr bemerkenswert groß. Hell gelagertes Grass verlor 36%, dunkel aufbewahrtes nur 13% an THC. Je feiner das Material, desto größer der Einfluss des Lichtes.

Eine der besten Untersuchungen über Wertverluste in Marihuana wurde 1973 von der University of Mississippi berichtet. Trockenes, verlesenes (Samen und Stiele entfernt) Grass war in Bernstein-Gefäßen nicht luftdicht verschlossen worden, und man hatte über 100 Wochen die Cannabinoid-Gehalte bei verschiedenen Temperaturen gemessen. Die folgende Tabelle enthält die Ergebnisse. Beachte, dass 76°F annähernd Zimmertemperatur und 98°F ungefähre Körpertemperatur (98,6°F) sind. Tab. 1 zeigt, dass Marihuana, wenn es 1 Jahr im Dunkeln bei Zimmertemperatur gelagert wird, nicht mehr als 10% an Potenz verlieren dürfte. Der CBD- Gehalt verliert sich bei allen Temperaturen konstant. Ähnliche Werte erhielt man für frisches Marihuana, bei dem ungefähr 95% des THC als THC- Säure vorlag. Nur bei 98°F wurde eine signifikante Menge (etwa 50%) der THC-Säure in einem Jahr zu THC decarboxyliert. Ein Experiment mit Haschisch ergab, dass während einer Minute bei 50°C (122°F) ungefähr 50% der THC-Säure decarboxyliert wurden. Man kann daraus schließen, dass eine Erhitzung im Ofen bei 200°F für wenige Minuten schon genügt, um eine befriedigende Umwandlung der THC-Säure zu erreichen und damit alles THC oral verfügbar zu machen.

Es ist klar, dass jede Zerstörung der pflanzlichen Struktur den THC- Verlust fördert. Wenn die Pflanze geerntet wird, ohne sie dabei zu zerpflücken (Samen und Stiele entfernen), sind leicht niedrigere THC-Verluste als in Tab. 1 zu erwarten. Nach feiner Zerkleinerung oder Passieren durch ein Sieb kann ein etwas höherer Verlust erwartet werden. Es ist also nicht notwendig, das Marihuana im Kühlschrank aufzubewahren, wenn Du nicht gerade in einer Gegend lebst, wo die Temperaturen dauernd 90°F übersteigen und Du nicht vorhast, das Grass über ein Jahr zu lagern. Es ist wahr, dass ungenügend getrocknetes Marihuana schimmelig werden kann, besonders wenn es in Plastiktüten aufbewahrt wird. Nach einiger Zeit wird der Cannabinoid-Gehalt abnehmen und die Potenz nachlassen. Entgegen der öffentlichen Meinung ist schimmeliges Marihuana weniger wirksam als trockenes. Aber genauso wie die Mythen der Potenz zunehmen mit der Intensität der Trockeneiskühlung, dem Speed-Gehalt im Acid und der Gehirnschädigung durch DMT, genauso wird dieser Glaube niemals aussterben.

Wenn Du geringstmögliche Wertverluste anstrebst, ist es das Beste, Dein Marihuana ungesäubert, luftdicht verschlossen an einem dunklen, kühlen Platz aufzubewahren. Dadurch erhältst Du die Gewähr dafür, dass Du ein bestimmtes Marihuana ruhig eine Zeitlang aufbewahren kannst, ohne große Verluste dabei befürchten zu müssen.

Tabelle 1
Marihuana Potenz-Verlust durch Alterung

Temperatur

°F     °C

Jährlicher THC-Verlust in %
0       -18 3,8
39      4 5,4
76     22 6,9
98     37 20,0
-15% auf alle Eheringe aus Platin und Carbon!